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Day 23 | Im Privatboot zu den Riffen

Nix mehr caputo

Nachdem ich gestern echt im Eimer war, in doppeltem Wortsinne, geht es mir heute nach dem langen Schlaf wieder besser. Ich hab zwar noch leicht erhöhte Temperatur, aber man lebt nur einmal. Also haben wir uns für heute Morgen ein privates Boot gechartert, so ein kleines, und haben uns von unserem sehr netten Kapitän an die schönsten Riffe rund um Bunaken bringen lassen. Und ich kann euch sagen, darauf war ich nicht vorbereitet! Unser Hausriff ist ja schon wirklich geil! Aber die Riffe Lekuan I, II und III, sowie Cela Cela toppen das nochmal! Kaum zu glauben, aber hier wimmelt es nur so von großen Meeres-Schildkröten und Fischen! Mega klares Wasser ermöglicht eine super Sicht! Meine Fotos sehen schon unbearbeitet aus wie KI generiert! Das ist der Oberhammer! Vor allem, wenn die Schildkröten von der Riffwand weg in Richtung offenes tiefblaues Meer schwimmen sieht das aus, als hätte jemand eine knallblaue Fototapete vor den leuchtenden Schildkrötenpanzer gespannt. Die Sonnenstrahlen heben die Schildkröte komplett vom Hintergrund ab, wenn sie nicht zu tief tauchen. Das ist der Wahnsinn und ein Paradies für Fotografen! Ich habe heute alleine 40 GB produziert.
Maila hat irgendwann aufgehört zu zählen. Sie ist mit uns die komplette Riffwand von Lekuan I und II in einem abgeschnorchelt, ohne Boje. Wir waren bestimmt 45 Minuten im Wasser, vielleicht sogar ne Stunde. Ich konnte am Ende meine Finger nicht mehr spüren, weil ich aufgequollen war, wie eine Wasserleiche. Maila hatte ganz blaue Lippen und war schlapp. War das gut! Lieber Mark, unterschätze die küstennahen Tauchspots nicht! Die Walls fallen vom Korallenteppich so steil ab, dass man den Grund teilweise nicht mehr sehen kann. Ich bin ein paar mal auf 15-18 Meter runtergetaucht und hab den Boden trotz klarer Sicht noch nicht erkennen können. Die Wände sind auch in dieser Tiefe noch voll bewachsen mit großen Weich- und Hartkorallen. Wenn man da hochschaut, sieht man – abgesehen von ein paar zappelnden Koreanern, die von ihren Divemastern regelrecht an der Wand entlang abgeschleppt werden – tausende von unterschiedlichen Korallen und Fischschwärme, so weit das Auge reicht! Das ist ein richtig geiles Riff mit allem, was man sich so wünscht!

Nach einem Kaffee und einer Packung Kekse, die Maila und ich völlig entzuckert zu zweit vernichten, geht’s zu Lekuan III. Hier sind die Korallen etwas eintöniger, aber immer noch spitze. Das ist jetzt nur der Vergleich zu den beiden Riffen von eben. Dafür entdeckt unser persönlicher Tier-Guide Mimi, den wir ständig auf unseren Reisen dabei haben, für Maila und mich zwei große Adler-Rochen mit strahlend hellblauen Punkten. Die sind so tief unten, dass ich sie erst nach mehrmaligem Suchen erkennen kann. Keine Ahnung, wie meine Frau das immer entdeckt. Die sollte echt in Afrika Tierguide sein. Das wäre ihre eigentliche Bestimmung.
Ich bin schon echt erschöpft, aber dafür muss ich meinen Klumpen an Unterwasser-Gehäuse nochmal nach unten manövrieren. Also tief Luft geholt und ab. Beim ersten Mal geht mir die Luft aus, weil ich zu schnell nach unten gepaddelt bin. Nochmal relaxen und zweiter Versuch. Die beiden Rochen schwimmen moderat schnell und scheinen keine Angst zu haben. Sie sind auf jeden Fall nicht davon, als ich über ihnen war. Der mit Luft gefüllte Domeport will mit ordentlich Schub nach unten gedrückt werden. Das ist gar nicht so ohne. Und dann brauche ich ab und zu noch die andere Hand frei, um den Druckausgleich zu machen. Nach zwei weiteren Versuchen bin ich unten und kann ein paar tolle Bilder machen. Wow. Das ist so unbeschreiblich schön! Schade, dass man diese Gefühle nicht übertragen kann! Auch damals schon das erste Mal im Wasser mit den Buckelwalen hätte ich das Gefühl so gerne abgespeichert! Ich versuche es mit den Fotos und den Berichten zu konservieren. Ich bin glücklich und freue mich sehr, dass Miri und Maila auch von oben eine gute Sichte auf die großen Rochen haben. Einer fängt auf einmal an ganz verspielt in Kreis zu schwimmen und flattert nach oben. Wir sehen sein Gesicht! Ist das cool! Ist das cool!

Wir merken überhaupt nicht wie die Zeit vergeht und sind völlig platt, als wir schließlich zurück ins Boot klettern. Wir haben gefühlt 100 Schildkröten gesehen! Wahnsinn, diese Dichte ist noch heftiger als am Suwandarek Reef in Raja Ampat. Hier jagen sich die Superlative!

Und jetzt schaut euch mal das an – ich bin mit dem Bearbeiten & Hochladen kaum hinterher gekommen. Eine der Schildis macht sogar den Unterwasser-Dab! Ich musste unter Wasser so lachen, dass ich keine Luft mehr hatte und auftauchen musste. Die Schildkröte war vermutlich irritiert oder saucool. Wer weiß das schon…

Auf der Suche nach Obdach

Zum Mittagessen sind wir zurück in unserem Homestay. Da wir noch eine Nacht auf Bunaken haben, die wir noch woanders verbringen wollen, spazieren wir durch’s Dorf und schauen uns die Unterkünfte an. Auf Booking werden uns noch eine Vielzahl an Unterkünften angezeigt, die noch relativ günstige Zimmer anbieten. Und jetzt passiert etwas witziges. Etwas, dass wir schon aus unserem Afrika Urlaub kennen, den wir mit unserem Freund Jannik verbracht haben. Damals sind wir ziemlich naiv Richtung Namibia, Botswana und Sambia gereist, ohne vorher irgendetwas zu organisieren. Es hat ja alles prima geklappt am Ende. Aber wie einige von euch wissen, muss man diese ganzen Campingplätze lange im Voraus buchen. Warum? Das frage ich mich bis heute! Auf gar keinen Fall lag es daran, dass die ausgebucht waren! Es gab nur einen einzigen Campingplatz, der wirklich ausgebucht war. Das war der Etosha Nationalpark. Aber selbst der war nicht ausgebucht, denn auch dort waren wir am Ende nach einer dramatischen Theateraufführung von Miri. Und genau das selbe passiert uns jetzt hier. Egal wo wir fragen, uns wird überall gesagt es gäbe keine Zimmer mehr. Und ich checke auch noch ein zweites Mal Booking und stelle fest es gibt sehr wohl noch Zimmer. Äußerst seltsam. Dann erfahren wir, dass morgen Thanksgiving Bunaken ist und hier im Dorf eine riesige Fete stattfindet. Okay da hätten wir den Grund. Die haben keinen Bock zu arbeiten. Das kommt mir bekannt vor aus Afrika. Auch dort war es nämlich am Ende so, dass die ganzen Bediensteten auf den Campingplätzen am Arsch der Welt Angestellte von weißen Großgrundbesitzern waren, die die Campingplätze betreiben. Die sind aber selbst nicht vor Ort. Bedeutet je mehr Gäste, desto mehr Arbeit. Und drei Dummys wie wir, die ohne vorherige Buchung (was schriftlich nachvollziehbar gewesen wäre für die Besitzer) aufkreuzen, werden dann halt eben abgelehnt. Die machen ja Dreck und so. Ganz so schlimm ist es jetzt vermutlich hier nicht. Aber die Motivation, uns ein Zimmer zu geben, scheint äußerst überschaubar zu sein angesichts der anstehenden Partynächte.

Ich schicke daher meine Mädels zurück. Miri hat eh einen Massagetermin ausgemacht. Und ich mach was ich am besten kann: ich ziehe los und schaue was geht. 5 Minuten später habe ich einen Kapitän am Strand gefunden, der uns übermorgen nach Manado zum Hafen fährt. Alle anderen fahren nämlich einen kleinen Steg weit außerhalb von Manado an, von dem aus man noch mindestens 45 Minuten kurvenreich in die Stadt gurken muss. Noch besser. An der Ecke, an der die Fischer rumgelungert sind, schließt ein schickes Dive Resort an. Sieht sehr teuer aus. Sind so kleine Häuser mit Steinweg drumrum und es gibt sogar einen Pool. Außerdem einen grünen Rasen und wirklich schön angelegte Terrassen. Ich frag einfach mal. Es stellt sich heraus, dass es die Hälfte kostet von der Unterkunft, in der wir momentan sind. Ich buche für morgen – nicht. Den auch die ziemlich verballerte Dame am Empfang will mir weismachen, dass es nur noch ein Zimmer gäbe. und zwar die Stingray Loudge für 192838378225 Fastillionen. Ich mag Booking ja nicht besonders, aber auch hier entdecke ich, dass es eben sehr wohl günstigere Zimmer gibt. Ich nehme ein Superior Zimmer für 50 € auf booking. Ätschgäbele. Für die letzte Nacht nochmal Superior.

Abendschnorcheln wird zur Routine

Wir gammeln uns durch den Rest des Tages. Maila stopft Faszentküchle ins sich hinein. Ds erste Mal seit Tagen, dass ich Maila schlingen sehe… Am Abend kann ich nicht mehr gammeln und geh nochmal schnorcheln. Es ist fast schon dunkel. Und wieder treffe ich nach nur wenigen Minuten eine sehr große Meeresschildkröte, die die ganze Zeit neben mir her schwimmt. Ich habe jetzt dieses Mal leider nur die GoPro dabei und die macht echt grottige Bilder bei diesem schlechten Licht. Ich mach ein paar kleine Selfie-Videos mit mir und der Schildi. Das war dann heute Schildkröte Nummer 101, verrückt!

Wir haben für morgen zum Abschluss noch eine Delfin Tour gebucht. Unser Kapitän von heute war so nett und cool drauf, dass wir mit ihm gerne morgen auch die Delfine suchen wollen. Darauf freut sich Maila schon sehr. Delfine hat sie bisher nämlich nur von oben gesehen. Wie sich das anhört! Bisher hat sie Delfine nur von oben gesehen. Auch verrückt!

Marc & die Freyseles

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One comment

  1. 🍀🍀🍀🥰🐠🐬🐳