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Day 18 | Gam Island, Nyanse Homestay

Runter von diesem Frachter

Am nächsten Morgen verlassen wir fluchtartig den Frachter. Überall wuseln irgendwelche Menschen herum und wir sind froh, als wir über die Treppe den Frachter hinter uns lassen können. So, das brauch ich nicht mehr. Maila war cool! Miri dachte bis eben sie wäre cool damit.

Glücklicherweise wartet am Pier schon das Speedboat, das wir gestern noch privat gechartert haben. Gute Idee, sonst müssten wir jetzt nochmal mit der Fähre fahren und 8 Stunden bis zur Abfahrt an diesem Industriehafen totschlagen. So düst das komfortable Boot auf direktem Wege zu unserem Homestay Nyanse. Da waren wir letztes Jahr schon und Maila wollte nochmal hier her, weil ihr die grünen Pfannkuchen geschmeckt haben und sie das Meer so schön fand – in dieser Reihenfolge. Wir kommen jetzt exakt nach zwei Stunden Fahrt an, wie es der Kapitän angekündigt hat. Miri ist noch ein wenig durch den Wind und schaukelt durch den Tag.

Nyanse Homestay

Als wir auf den Anleger klettern, entdecken wir unser Bungalow vom letzten Jahr. Und direkt daneben ein neues Häuschen. Hübscher! Das kriegen wir. Endlich mal wieder gute Nachrichten. Es gibt sogar Betten! Letztes Jahr schliefen wir noch auf Matratzen, die auf dem Boden lagen. Außerdem hat wurde ein neues Waschhäuschen gebaut. Kein Luxus, aber besser als letztes Jahr. Es gibt sogar eine normale Kloschüssel. Über was man sich alles so freuen kann.

Maila, unsere Wasserratte

Maila und ich gehen sofort ne Runde schnorcheln. Die Sicht ist gut und das Wetter auch hervorragend. Maila entdeckt ein paar Trompetenfische und viele bunte Riff-Vertreter wie den Papageienfisch und diese kleinen blau-leuchtenden Fischlein. Später finden wir unter einem kleinen Felsvorsprung sogar noch eine Muräne, die rausschaut. Sie sieht allerdings sehr schlecht gelaunt aus und macht die ganze Zeit den Mund auf und zu und erinnert mich an was. Bei mir hinterlässt es Eindruck und ich traue mich zum Fotografieren nicht besonders nah ran.

Maila hat in diesem Urlaub ihre Schnorchel-Technik optimiert und schwimmt mittlerweile echt schnell und gekonnt mit ihren Schwimmflossen. Sogar jetzt, bei starker Strömung, kann ich mit ihr das Riff abschnorcheln. Miri schläft in der Hängematte bis es Mittagessen gibt – das erste ohne Fisch!

Local School

Am Nachmittag laufen wir ins Dorf zu der Schule, die uns letztes Jahr den Saft verkauft hat. Witzig, wenn einem hier am anderen Ende der Welt alles so vertraut vorkommt. Wir laufen über die schön angelegten Stege mitten durch die Mangrovenlandschaft zur „Saftbar“. Zwei Schulmädchen begrüßen uns. Die Bestellung geht schnell, es ist alles aus, abgesehen von Dragonfruit. Gut, dann einmal Mango Juice, bitte.

Die Schule beteiligt sich an unterschiedlichen Programmen zum Schutz der Umwelt und vor allem der Unterwasserwelt Raja Ampats. Es gibt Projekte zum Aufbau neuer Korallenriffe, Mangroven-Zuchtstationen, Infotafeln und Projekte zur Müllvermeidung sowie Plastik-Sammelaktionen. Die Schule verkauft mittlerweile auch T-Shirts. Das trifft sich besonders gut, weil Miri keine frischen mehr über hat und ihre Waschtage nicht den gewünschten Erfolg brachten. Wir werden also morgen nochmal kurz vorbeigehen und T-Shirts kaufen.

Die Gebäude wurden nochmal erweitert seit letztem Jahr. Über die Mangrovenwälder hinaus ragt nun ein zweistöckiges neues Hauptgebäude. Es dürfte, abgesehen von den Kirchen und Moscheen, das höchste Gebäude im Norden von Raja Ampat sein. Ebenfalls komplett auf Holzstelzen mit den lokalen Hölzern gebaut. Es sieht richtig schön aus.

Sundowner unter Wasser

Am Abend sind Maila und ich mit der untergehenden Sonne nochmal ins klare Meer gehüpft. Wunderschönen Stimmung und ein atemberaubendes Farbenspiel auf und unter der Wasseroberfläche! Ganz ehrlich, das sind die Momente, die bei mir Eindruck hinterlassen. Unter uns ein wunderschönes Riff. Immer wieder mal zieht ein Blacktip-Hai seine Runden. Über uns in die eine Richtung Blick auf die dicht bewachsenen Inselchen mit Mangrovenwälder und Palmen. In die andere Richtung der offene Ozean. Die Sonne geht in den schönsten Farben über der Wasserlinie unter. Und mein Mailchen schnorchelt begeistert mit mir an dieser faszinierenden Küste entlang. Das ist es.

Ein perfekter Ausklang nach den Strapazen der Nacht. Also nicht für Maila. Die hat gepennt. Auch nicht so sehr für mich. Ich kann schon wieder drüber lachen – mit Matteo. Manch eine noch nicht so sehr. Vielleicht später mal. Hier meine Wellenstudien mit Domeport und Makro-Objektiv:

Reisegruppe Freyseles

Ach so, ich hatte es gar nicht erwähnt. Die italienische Familie mag uns glaub. Maila und Misia, deren gleichaltrige Tochter, verstehen sich trotz Sprachbarriere prima. Matteo hat uns daher vorgestern schon gefragt, wo wir hingehen und ob es uns stören würde, wenn sie sich einfach mit dranhängen würden. Nö. Jetzt wart ihr ja schon die letzte Nacht über in unserer Kabine. Was sollte ich da gegen dasselbe Homestay haben? Nein. Die sind sehr nett. Wir verstehen uns gut und freuen uns über zwei weitere Tage zusammen. Diesmal mit getrennten Zimmern…

Außerdem freuen wir uns auf morgen! Da machen wir einen Ausflug zu unserem Lieblingsriff vom letzten Jahr, Suwandarek.

Marc und die Frachtschiff-Crew

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One comment

  1. So wird aus einem Schlechten
    etwas Schönes…
    Ganz viele Ms haben sich
    getroffen…. 😉