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Day 19 | Pulau Mansuar, Suwandarek

Guten Morgen! Maila reißt die Augen auf und stürmt über den langen Steg zum Frühstückshäuschen. Darauf hat sie sich gefreut! Die grünen Pfannkuchen! 2 Minuten später kommt sie zurück zu unserem Bungalow und ist schwer enttäuscht! Oh, da tat sie mir so leid! Keine grünen Pfannkuchen, nicht mal Pfannkuchen! Nur Toast – wenigstens mit Nutella. Den hat sie beleidigt erst später runtergewürgt. Gut, dass nicht allzu viel Zeit blieb zum Schmollen. Um 9:00 Uhr geht‘s los. Erst zum Manta Point, ein Riff mitten im Meer vor der letzten kleinen Insel Arborek, bevor der offene Ozean beginnt, danach zur Bucht Suwandarek zum Schnorcheln.

Manta Point

Wir tuckern ne Weile durch das Riff-Labyrinth, dann stoppt der Motor. Bislang keine Mantas zu sehen. Momentan ist ja keine Manta-Saison. Wir hatten letztes Jahr verdammt viel Glück gleich sieben zu sehen. Also beschließt unser Captain, dass wir mal unter Wasser weitersuchen sollten. Das Riff ist sehr schön und wir sehen tolle Korallenhänge, voll bewachsenen Grund und sehr viele Fischschwärme! Große, kleine, bunte, graue, schüchterne und aufdringliche. Toll, auch ohne Mantas, ehrlich. Ich bin gar nicht so richtig enttäuscht. Die Unterwasserwelt ist in Raja Ampat ist nicht zu toppen! Ich glaube wirklich, dass es nicht besser sein kann. Ich wüsste nicht wie. Wir haben ja auch schon Delfine gesehen. Und während ich so sinniere, schwimmen zwei große Blacktips und sogar ein Whitetip Hai unter uns in kurzem Abstand vorbei. Sehr gute Sicht ermöglicht einen klaren Blick auf die Raubfische. Wir sind bestimmt 45 Minuten im Wasser bis wir schließlich akzeptieren, dass es heute wohl keine Mantas zu sehen gibt. Dafür vieles andere!

Suwandarek

Das geile an Raja Ampat ist aber, dass man einfach das nächste Weltklasse-Riff ansteuert und einem die nächsten Highlights vor die Taucherbrille schwimmen.
Nach 20 Minuten Bootsfahrt kommen wir an, machen und fertig und hüpfen rein. Ich glaube es hat keine zwei Minuten gedauert, bis sich die erste Schildkröte gezeigt hat. Sie hat auf dem Riff-Plateau an den Korallen geknabbert. Es war etwa eineinhalb Meter tief. Perfekt für die Kids. Die schwimmen um ihr Leben. Jeder will als erster bei der Schildkröte zu sein. Und jeder war dann auch schließlich bei der armen Schildkröte. Die hat es aber mit einer stoischen Ruhe ertragen und einfach weitergefressen. Als sie genug hatte, ist sie ganz langsam Richtung Meer geschwommen. Ich habe versucht ein paar Meter davor zu schwimmen, in dem ich ihren Weg aufs offene Meer abgeschätzt habe. Der Plan ging wunderbar auf. Die Schildi, gefolgt von drei Kindern, zwei italienischen Erwachsenen und einer Lehrerin, schwamm direkt auf mich zu und jeder hat sein Foto mit dem Kerlchen bekommen.

Wir waren sehr lange im Wasser und konnten auch danach noch zahlreiche große Fische beobachten. Ein Schwarm ausgewachsener Barakudas, Makrelen, einen großen Zackenbarsch und viele größere Fische, die ich nicht mit Namen kenne.

Dafür entdecke ich in etwas 15 Metern Tiefe die älteste Schildkröte Raja Ampats wieder! Die haben wir letztes Jahr an gleicher Stelle gesehen. Wie cool! Ich schnappe mir die GoPro, denn mit dem großen Unterwassergehäuse komme ich nicht so tief. Mit der GoPro geht es gerade so. Aber ich brauch zwei Versuche. Das war jetzt möglicherweise die tiefste Stelle, die ich bislang hintergetaucht bin. Auf dem Rückweg musste ich den Atemreflex zwei-, dreimal regelrecht unterdrücken. Von oben sieht man sie kaum, so gut getarnt ist sie auf dem Korallengrund. Unten habe ich meine kleine LED-Lampe angemacht, damit man die Farben besser sieht. In der Tiefe suppt alles ins Einheitsblau.

Mittagessen am Strand

Als die Hände so schrumpelig waren, dass ich kaum noch die Kamera halten konnte, sind wir zurück an den Strand zum Mittagessen. Den Löffel konnte ich mit diesen Händen kaum halten. Meine Finger sahen aus wie die eines 100-Jährigen. Und so ähnlich hat es dann wohl auch aufgeschaut beim Essen. Der regelmäßige Leser weiß ja bereits, dass ich es nicht lange verweilen kann. Daher habe ich mich mit Maili mal aufgemacht und das klitzekleine Fischerdorf Suwandarek erkundet. Erkundet ist jetzt vielleicht etwas übertrieben. In beide Richtungen stehen 4-5 Hütten. Wir haben uns für rechtsrum entschieden und bemerken nach wenigen Schritten ganz überrascht, dass es hier neuerdings ein Homestay gibt. Wie cool ist das denn? Wenn wir das nur vorher gewusst hätten! In der kleinen Restaurant-Hütte treffen wir eine Familie aus Heidelberg, die mit zwei Kindern hier sind. Damit haben wir ziemlich sicher alle Kinder in ganz Raja Ampat getroffen!!

Wir verquatschen uns ein bißchen und Maila macht den Papa! Ihr wird’s langweilig und sie macht sich alleine auf und erkundet die nähere Umgebung. Dabei entdeckt sie doch tatsächlich einen Papagei! Einen weißen mit gelber Sturmfrisur. Er ist am Beinchen angekettet. Wir erfahren, dass es ein Hauspapagei ist. Er darf am Abend immer fliegen. Tagsüber sitzt er hier auf seiner Stange. Witziges Kerlchen. Maila und ich sind uns noch nicht ganz sicher, ob er arm dran ist oder ob es ihm hier eher hervorragend geht.
Meiner Tochter fällt allerdings noch vor der Fußkette auf, dass der Papagei die gleiche Frisur hat wie ich, sogar weiß…

Beim Smalltalk erfahren wir, dass man hinterm Dorf über einen Trampelpfad in etwa 30 Minuten die andere Seite der Insel Mansuar erreichen kann. Die Seite, die unserem Homestay Nyanse zugewandt ist. In der Mitte ein kleiner See. Uh, ich komm kurz ins Grübeln, wie ich das jetzt integriert bekomme. Und geb schließlich auf. Das wird zu kompliziert und auf dem Rückweg wollen wir ja auch nochmal unser Glück am Manta Point versuchen.

Der letzte Sonnenuntergang in Raja Ampat

Maila und ich schnorcheln noch ne Runde mit der untergehenden Sonne. Dann ein wehmütiges Abschiedsfoto. Kurz, aber schön war es!

Marc, Miri & Maila

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