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Day 02 | Singapur

Singapur

Nach einem relativ ruhigen Flug landen wir in Singapur. Morgens um 5:10 Uhr, für uns 23:00 Uhr.
Wir stehen zur Sicherheit ein paar Minuten am Gepäckband um sicherzustellen, dass unser Gepäck auch wirklich bis an den Zielflughafen in Sulawesi durchgecheckt wurde. Völlig verrückt! Wir sind mit einem vollen A380 angekommen, da sind über 450 Menschen drin. Und hier stehen 2 Familien und die Crew. Nach knapp 20 Koffern war der Spuk vorbei. Sowas haben wir auch noch nicht gesehen. Sind wohl alle direkt weitergeflogen.

Miri übernimm das Zug-Management und führt uns sicher ins Hotel. Wie schon beim letzten Mal zeigt sich die Stadt schon hier an den Bahnsteigen von ihrer sauberen Seite. Überall Marshals die helfen und einweisen und alles funktioniert reibungslos. Es gibt gar keine Ticketschalter mehr, man zahlt einfach direkt kontaktlos mit Kreditkarte oder Handy. Maila hat Pech gehabt und muss am Flughafen zurückbleiben. Nein Mutti! Miri hat ihre Karte 2x benutzt…

Wir spazieren von der Haltestation – ohne weitere Hydraulikprobleme an Türen – weiter durch die früh morgendliche Großstadt. Im Hotel legen wir uns erst kurz in der kleinen Lobby auf die Couch und schlafen nochmal ne kleine Runde. Maili war auf einmal sehr müde.

Es wackelt…

Nicht schon wieder! Das darf jetzt echt nicht wahr sein. Ich checke die aktuellen Ticker und erfahre, dass es eben ein Erdbeben der Stärke 7.7 im Peak vor Flores gab, welches im gesamten südasiatischen Raum starke Beben verursacht hat. Bei uns war es zwar zu spüren, aber weit entfernt von den 7.7! Ersten Erkenntnissen zufolge wohl in geringer Tiefe, weshalb es auch direkt noch eine Tsunami-Warnung hinterher gab.
Wir haben hier auf der Couch noch einige Nachbeben gespürt. Fühlt sich fast schon wieder an wie auf Ha‘apai.

Stadttour

Dann starten wir mal unsere Mittags-Stadttour! Papa hätte gerne noch ein Makro-Objektiv für die tollen Korallen vor Bangka – wenn sie denn noch da sind. Kommt er früh drauf. Aber er hätte auch gar keine Zeit gehabt sich vorher drum zu kümmern. Bei der Recherche gestern am Frankfurter Flughafen hab ich herausgefunden, dass es in Singapur ein paar Gebrauchthändler gibt. Die sitzen geschickterweise exakt auf unserer kleinen Sightseeing-Runde, für die ich noch viel Kritik einstecken werden muss im weiteren Tagesverlauf.
Wie immer (doch, auch hier ist das Wort korrekt verwendet!) tippe ich diese Zeilen, während neben mir die beiden Mädels komplett erschlagen und unter der Decke verkrochen schlafen. Die Klimaanlagen kühlen auf arktische Temperaturen herunter. Draussen läufst du aus, drinnen schockgefrierste wieder. So Borderliner-Wetter.

Unsere Tour – zu Fuss – führt uns zunächst zur National Gallery und die Kirche St. Andrew’s Cathedral. Wir waren sogar drin und sind nicht zu Staub zerfallen, aber fast zerlaufen. Es stehen an jeder Säule riesige Klimaautomaten. Ich nehme an die Kirchgänger werden pünktlich zum Gottesdienst schockgefroren.

Malls – überall Malls

Danach sind wir rüber zu den Malls Funan und Peninsula. Wahnsinn, wieviele irrsinnig große Malls es hier gibt. Und alle rappelvoll. Ich mag diese Konsumtempel ja eigentlich nicht so, aber muss ja eingestehen, dass die Konzepte hier echt gut sind! Unten oft der Food Corner, die ersten 2-3 Etagen Shopping, aber mit wirklich guten und hochwertigen Geschäftigen – nicht so Ein-Euro-Schrott – und oben dann vom Fitness über Tennis/Padel bis hin zu Proberäumen mit Unterricht und VR Kaspeln ist alles dabei!

Vor allem beeindruckt war ich von den 3 Fotohändlern, die eine Auswahl an Objektiven und Kameras auf vielleicht 15qm Verkaufsfläche in ihrem Kabuff hatten, dass einem die Tröte durch den Scheitel pfeift! Direkt beim ersten Händler hab ich 25 hochwertigste Leica’s gezählt. Keines unter 1000 €. Auch eine beeindruckende Sammlung an Hasselblad-Kameras. Wahnsinn. Und – tatsächlich das 50mm F2.8 Makro, dass ich auserkoren hatte. Aber nicht die Sony Version, sondern sogar die hochwertigere Zeiss Version in top Zustand. Der Preis war tatsächlich völlig okay. Das andere Foto-Kabuff nebenan hatte auch noch die Sony Variante und so konnte ich so richtig fies die beiden gegeneinander ausspielen. Beide haben mir wirklich am Ende gute Preise gemacht. Dann hab ich mich für das Zeiss entschieden. Grund: ich habe mich geärgert, dass ich das Objektiv letztlich doch nicht kaufen wollte, weil die Scheißreifen und der Abschlepper in Italien so teuer waren. Also habe ich die einzig rational verbleibende Entscheidung getroffen. Ich kauf das teurere.

Mittagessen

Vor lauter Verhandeln muss mir entgangen sein, dass beide Mädchen schon mit den Zähnen fletschten. Das Große schon ganz bedrohlich, das Kleine war eher so ein halbmüdes Miau. Es schaut heut nur halb aus den Augen… also schnell zum nächsten Imbiss. Sah vielversprechend aus, die Dumplings. Geschmeckt hat’s geht so. Dummerweise haben wir nach dem Essen noch Mailas Leibgericht entdeckt. Keine 30 Minuten zuvor hab ich noch gelacht, als sie mir das als Antwort gegeben hat auf meine Frage, was sie denn gerne essen möchte…

Spätzle mit Soß!!! Aber zu spät entdeckt…

Ironman, Teil 2

Nach dem 10-Kilometer-Marsch durch alle Klimazonen sind wir zurück ins Hotel zum Einchecken und Käsefüße waschen. Während ich kurz geduscht habe, mit den Kleidern, denn es hätte eh keinen Unterschied gemacht – ehrlich – ist Miri in einer buddhistischen Position eingeschlafen, in der es biologisch und auch mechanisch nicht möglich sein sollte, zu ruhen. Müde ist sie wohl. Das Kleine nebendran, aber drüber.
Nutzen wir den Vibe und setzen zum Sprint an. Die Sonne geht schon langsam unter und wir wollten dafür eigentlich schon an der Marina sein. Also los in durchaus flotten Familiengang. Wir haben die Sonne verpasst, aber die schöne Abendstimmung hat noch auf uns gewartet. Das sieht schon irgendwie toll aus, diese Skyline und gegenüber das Marina Bay Sands Gebäude mit dem Schiff auf dem Dach. Wir sind dann mehr zum Abkühlen kurz in den Froster rein – die Mall. Viel los, von allem ein bißchen zu viel für uns nach so einem langen Tag. Wir beschließen zu den Avatar-Bäumen in die Gardens by the Bay zu gehen. Zuvor haben wir Maila noch Sushi geholt. Das war der Ausgleich gegen die verpassten Spätzle mit Soß. Das Kind isst ja in den kommenden 3 Wochen wieder kaum was. Deshalb besteht übrigens ein erheblicher Teil unseres Gepäcks in Wahrheit aus Babygläschen. Ich konnte ihr letztes Jahr in Raja Ampat den Fisch ums Verrecken nicht als Seegemüse verkaufen.

Am Ende war es eine wirklich sehr lange Runde! Wir sind einmal durch den ganzen Garten um das Hotel und dann wieder auf die andere Seite der Bucht und zurück zum Hotel. Die letzten Meter sind die Äuglein so schwer geworden, dass ich die mittlerweile nicht mehr ganz so Kleine auf der Schulter zurückgetragen habe. Aber am Ende war sie dann doch wieder fit und hat sich selbständig ins Ziel geschleppt.

Miri und ich hatten tatsächlich einige Flashbacks und wir sind am Ende mit Maila viele der Wege genauso zurück gelaufen, wie wir damals vor 10 Jahren. Hat sich auch ein bißchen verrückt angefühlt.

Gute Nacht und wir hoffen, dass mit den Flügen morgen alles klappt.

Marc & die Mädelsbande

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One comment

  1. Schockgefrostet! 😂 Es gibt da sogar irgendwo ne Bäcker der schwäbische Brezeln macht. 😉