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Day 03 | Ankunft auf Sulawesi

Feinschmecker-Frühstück

Heute Morgen um 6:30 Uhr hat pünktlich der Wecker geklingelt. Wir kommen alle nur schwer aus den Federn. Wir müssen aber, um elf geht unser Flieger nach Sulawesi.
Unser eigentlich recht schickes Hotel schickt uns zum Frühstücken in den chinesischen Imbiss um die Ecke. Das war abenteuerlich. Ich glaube nicht, dass die Chinesen normalerweise so frühstücken. Aber ich war auch noch nie in China. Es gab auf jeden Fall hart gekochte Eier, die auch nach 10 Minuten im Wasserbad noch die gleiche Konsistenz hatten, wie dass sie umgebende Wasserbad.
Dazu gab es Toastbrot mit dick Butter drauf. Das geht in Ordnung und verbuchen wir unter Studenten-Frühstück kurz vor Ende des Monats. Der Kaffee jedoch war eine Vergewaltigung. Sorry, das muss so deutlich gesagt werden. Ich bin auf Reisen echt resilient. Sowohl bei der Nahrungsaufnahme, als auch beim Schlafplatz und bei sonstigen, nicht europäischen Gepflogenheiten. Aber diese Brühe war eine zu 100 % gesättigte Zuckersuppe, die mit Kaffee eigentlich nur noch die Farbe gemeint hatte. Und ein Getränk hatten wir ja eigentlich schon dabei: die Andenschalen leicht angewärmten Frühstückseier. Also das war bisher auf jeden Fall unser Frühstückshighlight auf unseren Reisen.

Wie gut, dass wir jetzt dreieinhalb Stunden mit der Billig-Airline Scoot nach Magado fliegen. Mit Essen ist also nicht mehr zu rechnen. Darum kriegt jetzt am Flughafen jeder was er will egal wie viel es kostet. Maila nimmt ein Croissant. Und zwar ein schwarzes Croissant. Es ist ausschließlich Schwarz sowohl innen als auch außen komplett mit Schokolade überzogen. So viel, dass sie nach der Hälfte nicht mehr kann. Mama kriegt einen Cappuccino und einen Bissen vom Croissant und Papa bekommt den Rest vom Croissant und den größten kleinen Kaffee, den es gibt.
Vielleicht heißt aber in Singapur klein auch groß, wer weiß.

Ach, eine Sache muss ich noch erwähnen. Find ich schön. Ist wichtig. Muss gesagt sein. Zur Not auch staatliche klargestellt werden. All die Sauberkeit und Ordnung hat ihren Preis! Ja gut, auch das Meer an Überwachungskameras überall. Ja, auch die QR-Codes mit der Aufforderung Vergehen und Mißachtungen von Regeln per WhatsApp zu melden. Aber das mein ich gar nicht. Wirklich wichtig ist das hier – und dafür muss einfach der Staat auch einstehen: Die wichtigsten und nötigsten Verbote in den öffentlich, sauberen und gut duftenden U-Bahnen!

Scoot & das Gewissen

Und siehe da, unser Blatt scheint sich langsam zu wenden. Vielleicht hat Singapore Airlines ein schlechtes Gewissen gehabt, aufgrund der Umbuchung und der vorherigen Stornierung. In jedem Falle haben wir dreimal Essen bekommen und um uns rum im Flugzeug haben alle neidisch auf die neureichen Weißen geschaut. Das Essen war vermutlich so teuer wie die Hälfte des Flugpreises. Und obwohl ich gestern Maila noch gebeten habe, ihre Paste aufzuessen, weil es vermutlich auf diese Reise keine Pasta mehr gibt, und davon wirklich überzeugt war, muss ich auch jetzt wieder revidieren. Kleinlaut. Wieder. Denn es gibt Pasta.
Aber nur noch lauwarme. Denn Kind und Papa sind bereits wenige Minuten nach dem Start sabbernd in den Tiefschlaf gefallen.

Der Rest ist schnell erzählt: am Flughafen wurden wir bereits von einem Fahrer in Empfang genommen. War einfach. Wir waren die einzigen Europäer an Bord. Der hat uns über eine hügelige, dicht bewachsene, grüne Dschungel-Landschaft zu einem kleinen Pier gefahren, wo wir mit einem dieser typischen Auslegerboote auf die vorgelagerte Insel Bunaken gebracht wurden.

Ankunft auf Bunaken

Und weil wir ausreichend früh gebucht haben, so früh, dass ich sogar noch vorher bezahlen konnte, gab es sogar noch Auswahl bei den Unterkünften. Ich konnte aus zwei auswählen… hab dann natürlich das eine genommen.

Das eine ist aber wirklich schön. Heißt Sea Garden und macht seinem Namen alle Ehre. Wobei sich jedes Hostel hier so nennen könnte. Die komplette Westseite liegt nämlich in den Mangrovenwäldern. Der Betreiber ist ein Holländer, der schon vor 20 Jahren ausgewandert ist. Sehr entspannter Typ, wir beziehen unsere kleine Hütte. Und sie hat eine Toilette. Eine echte Toilette, so mit drauf sitzen und spülen. Und eine Dusche auch. Und es kommt sogar so viel Wasser raus, dass man sie Dusche nennen kann. Und wir haben sogar einen Spiegel über dem kleinen Waschbecken. Das hatten wir letztes Jahr glaube ich nur einmal. Dafür gab’s da im Badezimmer kein Licht. Daher war der Spiegel ziemlich sinnlos.
Also, was soll ich sagen? Der reinste Luxus. Ich hoffe, meine Frau weiß das zu würdigen. Wir sind aber vor allem hier, weil sich direkt vor unserem Hostel angeblich die schönste Riffkante ganz Bunakens befinden soll. Die Steilwände fallen rapide ab und daher ist hier auch manchmal Großfisch und Schildkröten anzutreffen.

Nach unserer Ankunft wollte Maila gleich zum Schnorcheln. Es war leider schon ein bisschen dunkel und Miri hat uns dann überzeugt, dass wir das erst morgen tun sollten. Zumal ich den ganzen Tag schon doofe Witze über Krokodile in den Mangroven gerissen habe. Wir sind aber trotzdem noch ein paar Meter rein und mal ist ein bisschen geschwommen. Dann haben wir uns im seichten Wasser stehend, zwischen den Mangroven, das Abendrot angeschaut. Das war heute besonders rot, weil gegenüber auf dem Festland am Hügel mehrere Wälder brannten. So werden typischerweise immer wieder Nutzflächen gerodet. Zum Abendessen hin sah das Ding ziemlich bedrohlich aus. Sie hatten es aber wohl im Griff, denn als wir dann ins Bett sind, konnte man nichts mehr sehen.

Pädagogische Höchstleistungen

So, und jetzt kommt Kleinlaut die Dritte… nachdem ich bereits das zweite Mal völlig überzeugt davon war, dass Maila keine Pasta mehr bekommt in diesem Urlaub. Heute Abend gab es: Spaghetti Bolo, Tadaaaaaaaa!
Ich nehme an, mein Kind wird mir nie mehr was glauben, wenn’s ums Essen geht!
Und während ich das hier gerade einspreche, sagt die Kleine vom Bett raus: „doch, ich glaub es dir noch!“
Sie ist nämlich heute noch wach. Warum? Weil ich ihr im Flugzeug versprochen habe, dass sie heute noch ihre Kindersendung aufm Tablet fertig schauen darf. Sie dürfte nämlich den ganzen 12-Stunden-Flug nichts auf dem Tablett anschauen, weil wir versucht haben zu schlafen – was bestens geklappt hat. Und weil wir ja heute auf dem Flug auch gleich eingepennt sind, blieb nur noch ein kurzes Zeitfenster vor der Landung, welches lediglich für 5 Minuten gereicht hat. Also war das Kind den ganzen Abend über nervös, dass sie ihre Folge fertig schauen darf. Und weil Mama und Papa beim Abendessen ein deutsches Pärchen kennengelernt haben, mit denen sie dann eeeeeeeeeewig gelabert haben, war das Kind zunehmend frustriert. Frustriert darüber, dass es so lange warten musste die Folge endlich fertig zu schauen. Also musste der Vater nachgeben und pädagogisch vollkommen richtig entscheiden, dass das Kind zu später Stunde noch 30 Minuten Tablet schauen darf. Mit dem Resultat, dass das Kind nun im Bett zappelt, neben Mama. Es zappelt und zappelt. Und dann muss es noch aufs Klo. Und dann zappelt es weiter. Und die Mama daneben zappelt so gar nicht mehr. Sie ist sehr müde. Man kann hier klar erkennen, dass die Eltern pädagogisch noch Luft nach oben haben. Also der Vater. Die Mutter selbstverständlich nicht! Die ist ja Pädagogin. Also Profi sozusagen. Sie schläft das aus. Der Vater praktiziert bedürfnisorientiert. Das wiederum macht das Kind glücklich, zappelnd.

Wach bleiben. ein Versuch.

Ich versuche jetzt noch 2 Stunden tot zu schlagen, weil ich gerne das Radiointerview über Naria hören möchte, dass heute Abend auf Radio Jack ausgestrahlt wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das nicht schaffen werde, aber ich werde es probieren. Ich kann mich an das Interview gar nicht mehr erinnern, aber es war lang.

Morgen früh wollen wir gleich nach dem Frühstück schnorcheln gehen und schauen mal, wie es da unter Wasser ausschaut. Wenn es nur noch halb so gut ist wie vor zehn Jahren, wird es großartig.

Und wenn es nicht eingeschlafen ist, dann zappelt es noch heute…

Marc

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2 comments

  1. Hach.. schee!

  2. Viel Spaß beim 🍀 🤿 Schnorcheln🍀🏝️🍀