Heute Morgen bei der Strandinspektion habe ich leider einen abgetrennten Schildkrötenkopf gefunden. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen habe ich relativ schnell eingestellt, weil ich den Körper dazu nicht finden konnte. Nicht witzig. Hab mich gefragt wie der dahin kam. Sah so aus, als wäre der Kopf mit einer Machete abgetrennt worden. Ich fürchte, dass das das Werk der Fischer war, denen aus Versehen eine Schildkröte ins Netz gegangen ist.
Und das bringt uns direkt zum nächsten Thema: Haie an Sansibars Riffen. Tatsächlich haben wir uns da noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Da ich jedoch mit meiner jahrelangen Erfahrung als Sperrfischer in Sansibar doch mal darüber Bescheid wissen sollte, habe ich angefangen mal ein paar der Kite-Lehrer zu befragen.
Zumal ich beim Kiten in letzter Zeit häufiger an den Wellen beim Riff draußen war und bei den Sprüngen über die Wellenkäme natürlich auch hin und wieder mal im Wasser gelandet bin.
Etwas beunruhigend: im Grunde hat jeder Kite-Lehrer erzählt, dass es am Riff Haie gibt, sogar viele und die, die man nicht haben möchte. Aber weiße Haie gibt es wohl keine. Allerdings neben den üblichen verdächtigen Riffhaien wie Black Tips und White Tips – mit denen wir auf Moorea ja schon geschnorchelt sind – gibt es eben auch Hammerheads und Bull Sharks.
Aber meine Frau hat mich gleich beruhigt mit der Aussage, ich sei ja eh der Hungerhaken in der Familie.
Auf jeden Fall habe ich am Abend direkt mal recherchiert und bei YouTube unglaublich tolle Dokumentationen darüber gefunden. Es gibt tatsächlich sehr große Population von Hammerhaien, auch sehr große Exemplare. Allerdings eher weiter draußen. Und es gibt auch keinen dokumentierten Zwischenfall hier auf Sansibar. Der einzige, von dem uns berichtet wurde, ist ein inoffizieller Vorfall, bei dem einem Kiter von einem Hai in den Arsch gebissen wurde, als beide sich in der Welle kreuzten. Das war also keine gezielte Attacke, sondern eher eine Kollision.
Miri am Kiten

Der Tag ist ansonsten schnell erzählt. Miri war relativ lange kiten heute und hat bei ziemlich zickigem Wind eine ganz gute Figur abgegeben. Nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle vom Autoren angemerkt, dass stets jeder Hinweis und jeder Tipp zur Verbesserung der Fahrtechnik ignoriert wurde. Der Hinweis beim Kiten keine Schuhe zu verwenden wird auch schon seit mehreren Jahren gezielt ignoriert mit der Folge, dass Miri heute direkt zu Beginn gestürzt ist, sich mehrfach überschlagen hat, in Seenot geriet und dabei ihre Schuhe von sich geworfen hat. Möglicherweise war es auch ein Hai, der ihre Badeschuhe abgebissen hat. In jedem Falle kam die junge Wassersportlerin nach ihrer Session ohne Schuhe zurück und ihr Ehemann, der Autor dieses Beitrages, navigierte sie aus höchster Seenot an den Strand zurück.
Hinweis der Co-Autorin: „weiterhin kein Ehemann“




Rooftop Fancy Zeug
Am Abend sind wir zum Essen in eine Rooftopbar. Ja richtig gehört. Es gibt mittlerweile eine Rooftop-Restaurant in Paje. Die obere Etage scheint aus Holzkisten gebaut zu sein. Ich hoffe das ist nur optische Dekoration und nicht tragende Konstruktion. Ich bin ja nun kein Ingenieur, könnte mir aber vorstellen, dass dies bedenklich ist auch angesichts der drei Monate Regenphase in diesem Land ungünstig.

Aber zurück zum Essen. Es gab… ja was gab es denn? Wir haben drei Anläufe genommen, etwas zu bestellen. Und es gab nichts davon. Der nette Koch hat aber dann zumindest für Maila unten im Massai Shop noch schnell Spaghetti geholt. Damit gab es … Spaghetti. Die bestellten Fische, die er angeblich noch hatte, kamen auch anders als eigentlich angekündigt und so richtig frisch waren die Dinger auch nicht mehr. Das bestätigt einmal mehr: man sollte nicht in die Pseudo Fancy neuen Restaurants gehen, sondern einfach weiterhin zu den Locals. Da schmeckt es eh am besten und die haben eigentlich auch immer alles.
Maila war müde, der Rückweg lang. Also was macht man als verantwortungsvoller Vater? Man gibt seinem Kind ein Eis oder zwei.

Usiku mwema.


One comment
Miri, pass auf deinen Knackarsch auf. In den wollen viele beißen!