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Day 16 | Matafonua Lodge, Ha’apai

Making friends On Tongatapu

Gestern Abend hat sich Maila innerhalb kürzester Zeit mit der Tochter der Hotelchefin angefreundet. Das Mädchen ist 7 und die beiden haben Englisch miteinander gesprochen. Nachdem Maila ihren Wortschatz aufgebraucht hatte, hat sie einfach auf Deutsch mit ihr weitergeredet, sehr langsam und deutlich.

Die beiden haben sich prima verstanden und lange miteinander gespielt. Nach dem Abendessen im Dörfchen wollte sie schnell wieder zurück. Kaum angekommen, war sie verschwunden. Die Mädels sind ins Kinderzimmer zum Spielen. Unglaublich. Als ich in dem Alter war, habe ich mich kaum getraut im Italien-Urlaub das Eis beim Deutsch sprechenden Eisverkäufer zu bezahlen.

Maila ist so selbstbewusst geworden. Nach dem die beiden im Kinderzimmer noch einen Kaba zusammen getrunken haben, ist sie zu uns ins Zimmer zurückgekommen – völlig aufgedreht.

Augenzeugenberichte vom Vulkanausbruch Hunga Tonga

Mit dem Chef bin ich auf den Vulkanausbruch zu sprechen gekommen. Der Hunga Tonga–Hunga Haʻapai ist 2022 ausgebrochen. Die Explosionsstärke war stärker als alle registrierten Eruptionen im 20. Jahrhundert und weit stärker als alle jemals durchgeführten Kernwaffentests. An Stärke war sie etwa vergleichbar dem Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883.

Der Vulkan ragt 2000m vom Meeresboden bis knapp 150m unter die Meeresoberfläche hinauf. An seiner weitesten Stelle beträgt das Ausmaß des Rands mehr als 4000m. Die Explosion hat einen Tsunami ausgelöst, der die Küsten von Japan und Amerika erreichte. Die Aschewolke wurde 58km hoch bis in die Mesosphere geschleudert. Es gibt Aufnahmen von der NASA die das gigantische Ausmaß auf Bildern und Videos vom Weltall aus zeigen.

Der Chef erzählte von dem Abend zuvor, an dem sich alle noch über den pinken Himmel gewundert hatten. Als am nächsten Tag der Vulkan explodierte sei der Knall so laut gewesen, dass es sich angehört hätte wie eine Bombenexplosion neben seinem Ohr. Scheiben seien zerbrochen und ca. 15min später hätte man die Druckwelle überall auf der Insel am ganzen Körper gespürt. Es habe nach heißem Salzwasser gerochen und mit einem Schlag war überall auf der Insel der Strom ausgefallen. Weitere 5min später war es am helllichten Tage schlagartig stockfinster geworden. Es hat für mehrere Tage so viel Asche geregnet, dass man heute noch auf der Insel im Gras die Asche sieht. Auf seinem Haus war eine über 10cm hohe Ascheschicht. Sie hätten 2 Monate gebraucht nur um all die Asche vom Haus zu entfernen.

Und der Vulkan liegt in fast 70km Entfernung. Die Tsunamiwelle die Tongas Hauptinsel traf, war 20m hoch! Dabei muss man wissen, dass der höchste Punkt auf der Insel kaum 80m hoch ist und 90% des Inselgrunds kaum höher als 15m liegt. Die Druckwelle der Explosion hat die Erde mehrere Male umrundet!

Es ist ein Wunder, dass dabei so wenige Menschen ums Leben kamen. Schon beeindruckend, wenn man ihm beim Erzählen zuhörte. Seine Augen und Gestik wurden groß und wild. Dabei wirkte er zuvor äußert entspannt und ruhig.   

Flugplan mal eben kurz noch verlegt

Gut, dass wir uns so lange verquasselt haben, denn nur so haben wir noch mitbekommen, dass unser Flug heute nach Ha‘apai um eine ganze Stunde nach vorne verlegt wurde. Der winzige Flughafen wickelt das eh alles sehr spontan und gemütlich ab. 

Der Flug war im übrigen fantastisch! In der kleinen Propellermaschine hatten wir eine sensationelle Sicht auf die vielen kleinen Atolle und unbewohnten Inseln unter uns im weiten Blau. Und nach ca. 40min Flugzeit haben wir doch tatsächlich aus dem Flugzeugfenster die ersten Wale sehen können! Unfassbar!

Matafonua Lodge

Ein willkürlich fotografiertes Liebespaar

Oh mein Gott!!!! Kann es besser werden? Ich bezweifle es! Eine wunderschöne Lagune links, in den schönsten Blautönen schimmernd! Dort dürfen wir Kiten! Rechts am weißen Palmen-Sandstrand das Türkis schimmernde, super saubere Wasser. Und am Horizont sieht man immer wieder die Fontänen ausblasender Wale. Ich kann es nicht fassen!

Die Lodge selbst ist super sauber. Wir wohnen in einer kleine Strandhütte mit 2 riesigen Betten. Der Chef hier ist begeisterter Unterwasser-Fotograf. Auf seinem Monitor im Büro seine Wallpapers aus eigenen Fotos – unbeschreiblich…

Er selbst sagt, dass er und seine Frau jahrelang umher gezogen sind, stets nach 2 Jahren zum nächst besseren Spot weiter. Bis sie schließen hier hängen geblieben seien. Er sagt, das schönste, was er bisher gefunden habe. Der Schnorchel-Spot sei einer der besten auf dieser Welt. Seine Fotos, die hier überall hängen, geben ihm jetzt schon Recht.

Ich bin so aufgeregt!

Schnorcheln in der Lagune

Unsere Lagune

Am späten Nachmittag sind wir noch zum Schnorcheln schnell in die Lagune gehüpft. Das Wasser ist sehr klar. Warm ist es nicht. Aber ich glaube dabei bin ich auch kein Maßstab. Alles unter 25° ist für mich kalt. Ich schätze mal, die Wassertemperatur beträgt 22-23°. Bedenkt man, dass wir mitten im Winter, mitten im pazifischen Nirgendwo sind, darf man sich wohl nicht beschweren.

Seit heute wissen wir auch, dass der Tonga Meeresgraben der zweittiefste auf der Welt ist und mit knapp 10811m nur geringfügig weniger tief als der bekannte Marianengraben mit 10899m. Das heißt nur wenige Kilometer vor unserer Hütte ist der fast tiefste Punkt der Erde. Und weil hier der Tiefseestrom sein kaltes und  nährstoffreiches Wasser mehrmals täglich mit den oberen Schichten austauscht, ist es hier halt leider auch nicht 30 Grad warm. Dafür ist das Riff sehr gesund und artenreich.

Sundowner mit Blick auf ausblasende Wale

Unglaublich, aber wahr! Zum Sonnenuntergang sind wir rüber in die Sandy Beach Lodge, die teurere Variante an Unterkunft – da aus Stein, um bei der Happy Hour vielleicht ein paar Wale vom Strand aus zu sehen. Es hat keine 5 Minuten gedauert, bis wir die ersten Fontänen sehen konnten. Sogar Rückenflossen und eine Schwanzflosse zeigte sich am Horizont. Bei einem wundervollen Sonnenuntergang haben wir den Tag, mit Bier in der einen Hand und UNO Karten in der anderen, ausklingen lassen.

Wunderschöner Sonnenuntergang mit Lilanen STrahlen, fast wie Polarlichter

Am Abend gab es sogar noch ein Barbecue und zum Nachtisch warmen Schokokuchen. Morgen habe ich mich für den Einbürgerungstest angemeldet. 

Marc, so Miri, morgen du mal wieder

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3 comments

  1. Wow!! Wir kommen morgen an!

  2. Und Julius sagt: Miri, pass auf dass du nicht wieder in den Seeigeln landest!

  3. Danke für die Infos vor Ort über den Vulkanausbruch von 2022. War heute wieder 🏊 und sitze gerade bei einem alkoholfreien Weizen hier am Hofladen, dort mit WLAN.