Miri’s Part
So, heute versuche ich endlich mal schneller dran zu sein als Marc mit dem Schreiben. Ich hatte nämlich wirklich island time und immer, wenn ich mich abends mal dran machen wollte, war Marc längst fertig mit dem Tagesbericht.
Heute Morgen, nach einem späten Frühstück, konnte Marc tatsächlich seinen Traum 2.0 auch noch erfüllen und ist direkt in der Lagune vor unsere Unterkunft gekited.
Meine Aufgabe des Tages war es dabei, ihn zweimal zu starten und zu landen und zwischendrin einigermaßen ansehnliche Fotos und Videos zu machen. Maila hat währenddessen mit Grace, einer vierjährigen Besucherin des Cafés gespielt und jede Menge Marshmellows und Chips gegessen. Als sie leider gehen musste, hatte sie zwei Neuseeländer, ein Pärchen, zum UNO-Spiel überredet und war schon in der fünften Runde als ich zurück kam, vom Fotos machen.
Wale winken

Ansonsten haben Maila und ich uns nachmittags und in unserer Palmblätter-Hütte ausgeruht und waren wieder zu einem gemütlichen Cocktail beim Sundowner in der Unterkunft nebenan. Auch an diesem Abend konnte man die Wale uns schon zuwinken sehen und „bis morgen“ rufen.
Wir sind alle schon sehr gespannt und sollten jetzt eigentlich längst schlafen, da es morgen um 7:30 Uhr losgeht und wir tatsächlich auf die Suche endlich nach den Walen gehen, die hier scheinbar überall gemütlich umher schwimmen.
Erste Kitesurfing session
Heute ist auch der Wind angekommen und ich konnte zum ersten Mal zum Kiten in die Lagune. Die Farben sind wunderbar und der Wind äußerst stabil. Ist ja auch kein thermischer Wind, sondern ein lupenreiner Trittbrettfahrer, der irgendwo auf dem Pazifik losgetreten wurde und nun ungehindert ins nächste Tiefdruck-Gebiet pusten darf. Ich bin nach den ersten Wenden relativ nah an den Reef Break rangefahren. Dort war das Wasser zum Teil sehr flach. Vom Strand aus dachte ich eigentlich, dass ich mit ein bißchen Übung über die Wellen hinter das Riff auf den offenen Ozean rauskiten kann. Als ich dann ca. 20m vor der Riffkante die Brecher in ihrer wahren Größe sehen konnte, hab ich mir das ganz schnell wieder anders überlegt. RIchtig mächtige Wellen, etwas 4-5 Meter hoch, brechen auf die flach im Wasser liegenden Korallenkanten. Ein ohrenbetäubender Lärm – auch in Mono!
Gestern haben wir im kleinen Flieger nach Ha’apai den Neuseeländer Andrew kennengelernt. Er ist auch zum Kiten hier und mit ihm habe ich den wunderschönen Spot geteilt. Manchmal hab ich ihn aus den Augen verloren. So mag ich das!
Was ein schöner Spot
Der Spot ist so toll. Wir haben ja schon einige tolle Reviere gesehen, mal mit mehr, mal mit weniger Wind. Aber hier scheinen sich alle Attribute, die wir mögen, zu vereinen. Man kann zwischen der Hauptinsel Ha’apai und der kleinen Nachbarinsel fahren und von dort aus entweder auf die Seite mit den Walen oder an das Riff ran, von dem aus der nächste Stopp Südamerika ist. Die kleine Insel gegenüber wird von 40 Menschen bewohnt, die noch ganz traditionell leben und wohnen. Es gibt kein Strom, keine Telefonleitung, kein fließend Wasser und keine Quellen – wie übrigens auf ganz Ha’apai. Sie leben vom Fischfang und dem Anbau von Gemüse. Es gibt auch keine Schule. Wir trinken hier ürbigens auch das selbe Wasser, dass wir zum Klospülen nehmen: Regenwasser.





