Definitiv angekommen in der Island Time
Heute Morgen sind wir ganz verschlafen aus den Federn gekrochen (diesen ersten Satz hat Maila formuliert, die ab jetzt auch miterzählt). Deshalb haben wir versucht heute früher ins Bett zu kommen, was fast geklappt hätte, wären wir nicht zu spät ins Bett gegangen.
Was haben wir heute schönes gemacht? Keine Ahnung. Ich glaub mittlerweile sind wir in der Island time angekommen. Nach dem Frühstück sind Maila und Miri ins Wasser und haben unsere Schwimm-Boje getestet. Sie ist gnadenlos durchgefallen, sowohl bei Maila als auch beim TÜV Südost.
Das ist allerdings nicht so schlimm, da Maila mittlerweile sehr gut schnorcheln kann und alternativ auch mit der neuen Schwimmweste prima zurecht kommt.
Schulalltag mit Kunst & Englisch
Anschließend hat die Schule bei Frau Frey begonnen. Maila hatte heute Kunstunterricht und hat die Bilder der letzten 4 Tage für ihr Bilder-Tagebuch gemalt. Unsere sehr netten niederländisch-philippinischen Insel-Mitbewohner, eine Mutter mit ihren beiden Teenie-Söhnen, mussten dann noch für ein paar Runden UNO herhalten. Und Praktischerweise hat sie dann noch die 4 Farben der Karten auf Englisch gelernt.
Dinosaurier entdeckt


Und auch für die Erwachsenen war noch was zum Lernen dabei! Die beiden Jungs haben nämlich ein lebendes Fossil gefunden! Einen Pfeilschwanzkrebs. Ich wusste bis dahin nicht, dass diese Urzeit-Krebse auch auf den Philippinen zu finden sind. Jetzt weiß ich mehr. Beeindruckende Größe! Beim Anblick des massiven Schutzpanzers kann man sich sehr gut vorstellen, wie der Kerl oder das Mädchen (habe nicht genauer nachgeschaut) es so viele Millionen Jahre geschafft hat zu überleben. Survival of the fittest. Also immer schön Helm tragen…
Schnorcheln am Wrack und Tauchübungen

Am Nachmittag sind wir wieder zum Schiffswrack geschnorchelt. Viele große Korallen sind über Nacht auf dem Schiffsgerippe gewachsen und haben die komplette Oberfläche verschlungen. Oder die Sicht war heute einfach besser. Auf dem Rückweg habe ich mit Maila auf meinem Rücken das Abtauchen geübt. Das brauchen wir vielleicht, falls wir sie mit ins Wasser nehmen bei der Waltour auf Tonga nächste Woche. NÄCHSTE WOCHE!!! Ich kann es noch gar nicht glauben…
Das Tauchen auf meinem Rücken hat sie wirklich gut gemacht. Ich schätze wir waren bereits ca. 5 Sekunden unter Wasser. Sie hätte bestimmt auch noch mehr geschafft, da sie in Strandnähe immer selber umhertaucht und da schon fast 10 Sekunden schafft. Das reicht, um ihr im richtigen Moment einen Augenblick unter Wasser mit einem Wal zu ermöglichen. Unser Zeichen ist zweimal in den Rücken zwicken zum Auftauchen.



Spieleabend mit selbst gebasteltem Mensch-ärgere-dich-nicht
Zum Sonnenuntergang haben wir am Strand Muscheln gesucht. Jeweils drei gleiche. Und anschließend haben wir auf einem Blatt Papier das Spielfeld von Mensch ärgere dich nicht gemalt. Glücklicherweise gab es an der kleinen Bar einen Mini-Würfel. Als alles fertig war haben wir eine kleine Runde gespielt, die Mama gewonnen hat. Maila war stinkig und hat sich geärgert. Das DIY-Spiel hat funktioniert.
Lokale Horrorstories zum Einschlafen

Vor dem Abendessen habe ich noch mit Andy, dem Manager des Camps, gesprochen. Der hat ein paar Horrorgeschichten erzählt, die sich hier in den letzten Jahren am Strand zugetragen haben. Da es hier in den Gewässern natürlich auch einige giftige Tiere gibt, hatte er wirklich schreckliches zu berichten. Vor sechs Monaten ist ein 14-jähriges deutsches Kind und ein 20-jähriger Spanier von einer hochgiftigen Sea Krait (Wasserschlange) gebissen worden. Beide sind nur 15 Minuten später noch am Strand gestorben.
Wir kennen diese schwarz-weiß gestreifte Wasserschlange schon aus unserem Urlaub auf den Togian Islands in Sulawesi. Es gilt halt wie immer die Grundregel: man fasst keine wilden Tiere an! Und schon gleich gar keine giftigen! Prinzipiell wissen wir natürlich von den Tieren, die hier so im Wasser rumschwimmen und kämen auch nie auf die Idee, diese zu berühren. Das ist das erste, was wir Maila eingetrichtert haben und das sie auch konsequent befolgt. Nichts desto trotz ist es schockierend zu hören, dass es diese Fälle gibt und dass sie dann so schrecklich enden. Es war wohl so, dass die beiden eine junge Baby-Schlange unter Wasser berührt haben und dann von der Mutter gebissen wurden. Wenn der Hergang so stimmt, dann ist das am Ende eben auch absolut fahrlässig. Es ist dasselbe mit dem Korallengetrampel. Es gibt einige Regeln, die sollten eben überall auf der Welt befolgt werden. Im schlimmsten Falle passieren dann eben solche Sachen!
Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, hat Andy uns noch eine Narbe am Knie gezeigt. Die stammte von einem Steinfisch, dem giftigsten Fisch der Welt. Das ist mit das tödlichste Tier auf diesem Planeten. Der Fisch tarnt sich, wie der Name schon sagt als Stein, und ist tatsächlich kaum bis gar nicht zu erkennen. Normalerweise ist er – wie die meisten hochgiftigen Tiere – sehr passiv und verharrt einfach am Meeresgrund. Deshalb tragen wir hier auch stets Wasserschuhe und zusätzlich zum Schutz vor den Würfelquallen immer mindestens ein Langarm-Leicra oder Maila, sogar den Langarm-Neo.

Aber zurück zum Steinfisch. Bei Low-Tide ragt das Schiffsfrack ein paar Zentimeter aus dem Wasser. Und er war wohl bei low tide am Wrack schnorcheln und einen kurzen Moment unaufmerksam. Dabei ist er mit dem Knie am Schiffsboden entlang geschrammt, unglücklicherweise direkt auf den Rücken eines Steinfisches. Der hat dann natürlich seine Stacheln ausgefahren und sein Gift initiiert. Normalerweise ist das tödlich und er hat auch nur mit sehr viel Glück überlebt. Wohl auch weil alle Locals hier sofort wussten, was zu tun ist. So haben sie ihm das Bein abgebunden und ihn innerhalb von 3 Stunden mit Eile ins nächste Krankenhaus mit Gegengift gebracht. Aber selbst dann garantiert das Ganze noch nicht das Überleben. Am Ende war es dann wohl auch einfach Glück.
Moral der Geschichte?
Die beiden Vorfälle zeigen aber auch uns wieder, dass man sich einfach an gewisse Regeln halten muss, wenn man Länder bereist, in denen es giftige oder gefährliche Tiere gibt. Daher gehen wir auch nur bei Flut ans Wrack und berühren nichts dabei. Maila haben wir in Wracknähe an der Hand. Sie trägt ihre Schwimmweste und wir führen sie entsprechen mit Sicherheitsabstand. Außerdem weiß sie, dass sie nichts anfassen und nirgends draufstehen darf. Das hat sie auch schon bei den El Nido Touren in den Lagunen super gemacht.
Und mit dem selben Respekt vor den Tieren und der Natur wollen wir auch den Walen begegnen!

Gute Nacht, Marc


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🍀🍀🍀