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Day 9 | Darocotan Island

Im Tricycle zum kleinen Hafen

Heute Morgen waren wir zur Abwechslung mal pünktlich um zehn beim Taxifahrer. Sein Tricycle war schwer beladen, und eine der Taschen mussten wir schließlich noch aufs Dach packen. Aber wir haben alles rein gekriegt und es war kuschelig eng. Und alles hätte so gut klappen können, wenn ich da nicht dem Fahrer den falschen Hafen genannt hätte. Auf Google Maps (was so weit oben im Norden nicht mehr ganz so faktenbasiert arbeitet), war nur dieser eine Hafen (San Fernando) eingetragen. Daher bin ich fest davon ausgegangen, dass es dieser auch ist.

Tatsächlich habe ich mehrfach nachgefragt, ob es mehrere Häfen gibt in der Region. Aber man hat mich scheinbar nicht richtig verstanden. In jedem Falle standen wir Punkt zwölf zur Abholung am größeren Hafen. Und so standen wir da, alleine. So viel zu größerer. Dann habe ich noch mal die Mails gecheckt und dem Fahrer gezeigt. Und er meinte dann „ach so, das ist der andere Hafen, der kleine“. So mussten wir noch mal um eine gesamte Bucht herumgurken,  Berg rauf und wieder runter. Sein kleines Moped ist schon ganz heiß gelaufen und als wir den letzten Berg oben waren, hat er zu seinem Bock „thank you“ gesagt. Ich denke, er hat schon selbst nicht mehr daran geglaubt, dass das noch was wird.

Am Ende sind wir dann eine so richtig miese Straße (sogar für philippinische Verhältnisse), bestimmt 20 Minuten lang zu diesem kleinen Hafen vor geeiert und waren damit natürlich nicht pünktlich. Check.

Und obwohl, da nur ein einziges kleines Fischerboot vor Ort war und wir weit und breit die einzigen Gäste, hat es noch weitere 10 Minuten gedauert, bis dem Captain klar war, dass er uns auf die kleine Insel Darocotan rüberschippern soll.

Der „Grosse“ Hafen

Darocotan Island

Was dann kam, war wirklich sensationell und kaum zu übertreffen. Wir sind mit dem kleinen Boot der Insel immer näher gekommen und konnten schon von weitem den wunderschönen weißen Sandstrand sehen. Ein von Kokospalmen gesäumter Traumstrand strahlte uns an, leicht nach hinten versetzt die sehr einfachen Bambushütten. Maila konnte es kaum erwarten direkt wieder ins Wasser zu hüpfen. Aber bei diesem Traumstrand waren auch wir schnell drin.

Danach sind wir den Strand entlang geschlendert und konnten uns kaum sattsehen an der hübschen Kulisse. Das hat uns beide sehr an die kleine Insel Bolilanga auf dem Togian Islands Atoll in Sulawesi erinnert. Da Maila direkt nach dem Spaziergang nochmal ins Wasser wollte, sind wir zu dem Wrack geschnorchelt, das ca. 150m vor dem Ufer liegt und voll bewachsen ist mit Korallen! Richtig gut! Man sieht noch deutlich die Reling und das Unterdeck. Dort haben wir auch viele große Seesterne, Nemos und einen schwarz-weißen Feuerfisch gesehen. Maila kann mittlerweile wirklich sehr gut Schnorcheln und obwohl es ein recht weiter Weg war, ist sie fast die ganzen Strecke alleine getaucht und geschwommen.

Da im Grunde nahezu alle Hütten unbelegt sind, hatten wir die freie Wahl. Wir hätten auch eine größere Hütte mit Balkon haben können, aber Maila wollte das kleine Strandhäuschen ganz vorne und so tippe ich heute von unserem kleinen Bambusbett mit Moskitonetz aus diese Zeilen.

Nix los, gute Insel-Integrationspolitik

Nach einem kleinen Mittagessen am Strand haben mich die Jungs aus der Unterkunft gefragt, ob ich mit ins Dorf zum Volleyball spielen komme. Das inner-familiäre Inselturnier! Die Platzbegrenzung: dicke fette Palmenstämme, die Ecken der aus Tüten gespannten Linien mit spitzigen Stöcken befestigt. Also man sollte schon mehr auf die Umgebung achten, als auf das Spielgeschehen. Aber guter Ball und gutes Netz – Berufsfischer eben.

Auf dieser Insel scheinen alle miteinander verwandt zu sein. Einige Ballwechsel wurden heiß ausdiskutiert – da meinte der Manager, dass das alles Cousins oder Halb-Geschwister sind. Unter den Zuschauern war auch ein älteres Kind mit Down-Syndrom. Ich glaube daher, dass es wirklich ein Familienturnier war und dort im kleinen Dorf die eine oder andere biologisch nicht so gedachte Fortpflanzung stattgefunden haben dürfte.

Maila hat sich währenddessen mit den Mädchen aus dem Dorf angefreundet. Irgendwann haben sie sogar zusammen UNO und Ball neben dem Volleyball-Feld gespielt. Am Ende mussten wir sie sogar suchen, weil sie mit den Mädchen losgezogen ist.

Marc

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One comment

  1. Eine super Erfahrung für Maila, Gleichaltrige aus einer anderen Welt…. und Uno klappt auch da!