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Day 07 | Bangka Unterwasser

Pünktlichkeit, eine Spezialität der Freyseles

Der Tag heute ist schneller erzählt und war im Großen und Ganzen relativ unspektakulär. Wir sind jeden Tag auf den letzten Drücker zum Frühstück gekommen. Das Frühstücksbuffet macht ja um 9:00 Uhr zu. Wir kommen immer so etwa 5 vor 9 einer nach dem anderen verschlafen an. Das eine Mädchen vom Service freut sich immer Maila zu sehen. Der Mann an der Eierstation freut sich immer Miri zu sehen. Und ich freue mich auf frische Ananas und schlechten Kaffee. Deshalb trinke ich ja auch erst gar keinen, sondern begnüge mich mit dem Kamillentee. Der wiederum als Einzelteebeutel in Plastik verpackt ist.

Dann sitzen wir meistens noch bis um 9:30 Uhr rum bis uns das schlechte Gewissen plagt und wir Platz machen, damit die Servicekräfte die Tische aufräumen können. Aber irgendwie ist das auch egal, denn die haben prinzipiell 3 Stunden Zeit die paar Tische wieder auf Vordermann zu bringen, bis es Mittagessen gibt. Also überarbeiten tut sich da keiner.

Dann sind wir fast schon bei einer Art Daily Routine. Maila möchte in den Pool – wenigstens in dieser Hinsicht hat sich der Luxus gelohnt – Miri tut so, als würde sie lernen, und ich möchte schnorcheln gehen.

Schnorcheln am Riff

Nach einer weiteren Tasse Kamillentee – ihr wisst ja, Kaffee hier schmeckt scheiße – gehen wir zusammen am Hausriff schnorcheln. Trotz des Windes und der Wellen ist die Sicht relativ gut. Maila schnorchelt heute die meiste Zeit ohne die Boje. Das hat sie jetzt auch die ganze Zeit im Swimmingpool geübt. Heute hat sie auch die Flossen an. Klappt super. Wir sehen wieder allerhand Riff-Fische, einen sehr großen Blasenfisch, den ich tatsächlich verpasst habe und einen Barrakuda. Auf dem Rückweg hat Maila sogar einen kleinen, süßen Begleitfisch. Er ist schwarz-gelb gestreift und ist ziemlich sicher exakt von der Gattung, die üblicherweise die großen Walhaie begleiten. Er lässt auch nicht ab als wir schon fast zurück am Steg sind. Dann wechselt er sein Begleittier und schwimmt unter Miri mit. Erscheint dem Fischlein irgendwann sicherer. Armes Kerlchen. Der ist sicher irritiert, dass seine Walhaie plötzlich aus dem Wasser steigen…

Auf den Spuren der Vergangenheit

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg Richtung Norden am Strand entlang. Am Ende des Horizonts sehen wir eine kleine Felskante. Wenn wir da drüber klettern, müssten wir eigentlich direkt dahinter das Coral Eye Resort sehen, in dem wir vor zehn Jahren waren.

Da zur Zeit Ebbe ist, dürften die Chancen ganz gut stehen, dass wir sowohl über den kleinen Flusslauf, als auch um die Felskante rumkommen. Also Schnorchel und Flossen gepackt, die Unterwasserkamera auf den Rücken und losmarschiert – über uns die bratende Mittagshitze. Nach etwa 15-20 Minuten erreichen wir die Kante. Tatsächlich kommen wir relativ gut drum rum. Es ist altes Vulkangestein, ganz schwarz, sieht cool aus.
Und siehe da, direkt dahinter sehen wir schon den vertrauten Steg des Coral Eye. Es hat sich wirklich Vieles verändert. Der weitläufige Strand, an dem ich damals Drohnenaufnahmen gemacht habe, schließt nun direkt an private Villen an. Jede davon mit einem kleinen Swimmingpool ausgestattet. Das ist mal Luxus. Ansonsten sieht die Anlage auch super sauber aus. Hier ist der Strand komplett gerecht. Man sieht noch die Spuren im Sand. Außerdem sehen wir auf dem Rückweg Personal, das Plastikmüll in großen Säcken sammelt. Bei unserem Resort liegt der Dreck im Prinzip direkt 1 m neben dem Ende des Grundstücks im Gebüsch. Und der Strand ist auch nicht sauber. Da liegt überall Plastikmüll rum. Ist wirklich traurig, dass so zu sehen. Hab ich schon erwähnt, dass das Bastianos lächerlich teuer ist, angesichts der gebotenen Leistung und Umgebung? Sollte je jemand von euch darüber nachdenken hierher zu kommen, tut euch den Gefallen und legt 100 € drauf und gönnt ich den derben Luxus des Coral Eye Resorts. Ich persönlich finde das aber ebenfalls lächerlich teuer und würde das Sea Souls bevorzugen. Das sieht besser aus und ist deutlich günstiger. Aber insgesamt scheint mir Bangka zu einem Gier- und Gauner-Paradies „verkommen“ zu sein. Es ist schön hier, absolut keine Frage! Aber die aufgerufenen Preise können nur zustande kommen, in dem Agenturen Komplettangebote an all die Italiener machen, die hier rumhängen. Von denen hat kein einziger individuell gebucht. Die zahlen vermutlich Mondpreise für die gesamte Reise und reißen damit die üblichen Preise mit Raketenschub in die Höhe. Selbst auf Bunaken zahlt man für vergleichbare Qualität höchstens ein Drittel. Und auf dem Festland sieht es nochmal komplett anders aus. Ein privat organisiertes Taxi über Grab, die asiatische Version von Uber, kostet für 1-2 Stunden fahrt zu Dritt etwas 15-20 €, je nach Tageszeit und Verfügbarkeit. Vom Resort aus organisiert liegt man bei 70 bis 100 €. Teilweise für die selben Fahrer!! Das ist nicht nur frech, sondern Abzocke. Die Fahrer sehen davon nichts! Deshalb werden wir übermorgen unseren Ausflug in den Tangkoko Park auch selbst organisieren und mutmaßlich nicht mal die Hälfte bezahlen. Aber dazu übermorgen mehr.

Zurück zum Coral, die scheinbar Vieles sehr viel besser machen. Wir schleichen uns unbemerkt am Strand entlang und legen unsere Sachen unauffällig hinter einem angespülten Baumstamm.
Wie schon vor zehn Jahren beginnen die Korallen wirklich sehr nah am Sandstrand. Nach nur 3 Metern beginnen die Korallenblöcke in einer Tiefe von vielleicht 30 cm. Das bedeutet, wir müssen uns gaaaaaaaanz flach machen und so wenig wie möglich bewegen, um keine Korallen zu berühren. Das wäre sowohl für die Korallen als auch für uns schmerzhaft.
Aber wir schaffen es alle drei unbeschadet in tieferen Bereiche. Und hier wartet ein immer noch atemberaubendes und kerngesundes Riff auf uns! Miri und ich haben es ungefähr so in Erinnerung gehabt. Man könnte jetzt auf höchstem Niveau jammern. Aber das Riff scheint immer noch in hervorragendem Zustand zu sein. Das freut uns sehr! Aber seht selbst.

Wir schnorcheln bis die Sonne so tief steht, dass die Korallen am Riff kaum noch beleuchtet werden. Dummerweise hat uns ChatGPT angelogen – wie so häufig in letzter Zeit – und es war noch gar nicht Low Tide. Die scheint erst jetzt langsam erreicht zu sein, zwei Stunden später. Das ist insofern doof, als dass wir nur noch höchsten 15-20cm Wasser zwischen uns und den Korallen haben auf dem Weg zurück an den Strand. Die Strömung hilft uns ein wenig Richtung Ufer. Außerdem ist es jetzt Gold wert, dass Maila und ich Flossen anhaben, mit denen wir uns mit kleiner Bewegung ganz gut durch das Korallen-Labyrinth navigieren können. Miri nicht. Wir lassen sie zurück und winken ihr dann vom Strand aus zur Verabschiedung. Nein, so war das nicht.

Und hier noch meine Lieblingsbilder von heute:

schöner Sonnenuntergang auf dem Rückweg

Der auffrischende Wind föhnt uns innerhalb kürzester Zeit trocken und wir machen uns auf den Rückweg. Der ist jetzt dafür etwas leichter, da sowohl die Flussmündung, als auch die Felskante nun mehr oder weniger trocken gelegt sind. Kurz vor dem Fischerdorf auf halber Strecke schauen wir nochmal zurück.

Ein sehr cooler Tag neigt sich dem Ende zu. Wir gehen ins Bett mit der beruhigenden Erkenntnis, dass die Korallengärten hier immer noch in sehr gutem Zustand sind. Nicht mehr ganz so bunt und vielfältig wie vor 10 Jahren noch, aber immer noch zu 90% so, wie wir es in Erinnerung hatten. Trotz Luxusresorts und 10 Jahre mehr oder weniger rücksichtsvollem Schnorcheltourismus. Wir versuchen in dieser Hinsicht alles richtig zu machen und achten auch bei der Wahl der Sonnencreme mittlerweile sehr genau auf schadstofffreie Produkte. Viele normale Sonnencremes enthalten, wie Oxybenzon, Octinoxat, Octocrylen und Benzophenone. Diese Stoffe schädigen nachweisliche junge Korallen. Besser sind mineralische Cremes wie Zinkoxid.

Hier könnte ihre Werbung platziert sein!!! Meldet euch Zinksonnencremehersteller! Ich bims, der Fluenzele. Eine Millionmilliard kostet Werbung. Ich sage was du wilsch.

Aber die Taucher unter euch wissen das sicher schon sehr lange. Dennoch sollten v.a. auch alle Schnorchler darüber informiert werden. Die sind schließlich besonders nahe an den Korallen und erzeugen regelrechte Filmschichten von Sonnencreme-Rückständen. So viel zur Lehrstunde Sonnencremes. Gute Nacht allerseits.

Marc & die Freyseles

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One comment

  1. I love die Fluenzeles und ihre Stories