Rusty Rabbit

Nach der Abgeschiedenheit der vergangenen knapp zwei Wochen, fühlt es sich gar nicht so schlecht an jetzt wieder ein bisschen Großstadt-Gewusel um sich zu haben. Wir schlafen erst mal gemütlich aus und entscheiden uns dann dazu, im Rusty Rabbit zu frühstücken. Da waren wir schon letztes Jahr und es war lecker. Unsere Bestellung haben wir übrigens bei einer jungen deutschen Bedienung aus Hamburg aufgegeben, die vor Ort zur Zeit Work&Travel-t.




Tiefkultur Lego Superstore

Nach dem Frühstück sind wir in die Stadt gelaufen und direkt in einer riesigen Pro-Palästina-Demo gestrandet. Der erste möglich Ausweg führte uns direkt in die Mall, die hier auch sonntags geöffnet hat. Da würde sich der Tongaer – oder Tongalese oder Tonganer – wie auch immer – die schwarzen Haare raufen! Am Heiligen Sonntag …
Auf jeden Fall war direkt der zweite Laden der Main Road ein Lego Superstore. Geil! Das finde ich auch geil! Nach dem wir im EG unser kleines italienisches Bergdorf Cervo, das bayrische Schloss Neuschwanstein und den Millennium Falken entdeckt haben, wurde es im 1.OG noch wilder! Die Harbour Bridge in 4m Breite, die Manly Fähre zum draufsteigen und wirklich jede erdenklich Disney-Welt in Lego. Sogar ein großer Lego-Eukalyptus mit Koalabär am Stamm ragte mittig aus dem Boden.
Mit großen Augen schlenderte Maila (und auch ihr Papa) durch das Lego-Paradies. Nach einiger Zeit entdeckte Maila Vaiana‘s Floss. Mit ein paar widerstandsknackenden Blicken hypnotisierte Maila mir – auf für mich immer noch unergründliche Weise – die Kreditkarte aus dem Portemonnaie. Es wird langsam eng in unseren Taschen.










Hochkultur New South Wales Art Gallery

Danach wollten wir eigentlich durch den großen Park zur Oper laufen. Auf dem Weg sind wir dann aber – um eine Abkürzung zu nehmen – durch die New South Wales Art Gallery gelaufen. Und … hängen geblieben!
Die Freyseles ganz unverhofft im Hochkultur-Urlaub, Timm & Steffi! Im Museum waren wir. Mit Bildern und Skulpturen und so. Und es hat uns sogar gefallen.
Es gab sexuelle Skulpturen mit Neonröhren aus dem Genitalbereich mit VR-Brillen. Und es gab ein Wohnzimmer, das man mit Kreide voll malen durfte. Wir haben also auch noch unser Kind Kunst machen lassen. Und es gab lustige Bilder aus Pünktchen von Aborigines und deren Kultur inspiriert. Irgendwann haben wir dann auch mal aus dem Fenster rausgeschauten. Dorthin, wo weniger Kunst war. Das war auch schön.
Maila macht Kunst





Aber die Art Gallery ist ein wirklich tolles Gebäude! Die eine Hälfte so richtig oldschool mit verzierten Fassaden. Man fühlt sich wie in Wien oder Paris. Dann geht das Gebäude über in sehr moderne und gläserne Fassaden, die lichtdurchflutet zum Verweilen einladen. Und das haben wir dann getan – den ganzen Nachmittag. Und es hat uns allen gefallen. Verrückt.










Höchstkultur Japanische Küche

Und weil es schon so spät war, sind wir dann nicht mehr zur Oper, sondern auf direktem Wege zu dem angeblich besten Japaner in der Stadt. Mit einer glatten 5.0 Bewertung und der Ansage, dass es eine der authentischsten japanischen Küchen in Sydney sei, hatten wir entsprechend hohe Erwartungen. Das Restaurant selbst ist ganz klein, 5 Teak-Holztische, hübsch eingerichtet: an der Decke japanische Papierball-Lampions, überall stilvolle Verkleidungen und eine sehr nette Bedienung. Wir bestellen ein paar kleinere Vorspeisen auf gut Glück und zwei japanische Biere. Maila bekommt ihre geliebten Maki mit Gurken und futtert davon ganze 16(!) weg!



Zunächst kommen zwei Tacos, gefüllt mit Lachs, Thunfisch, Avocado, diversen kleinen Gemüsestückchen und zwei unterschiedlichen Cremes. Und es schmeckt fantastisch! Im Mund entfalten sich nacheinander zwei, drei völlig unterschiedliche Aromen – dezent fruchtig, leichte Säure am Ende. Unglaublich lecker! Ich bestelle direkt nochmal zwei und sage zu Miri, dass dies einer der Fine-Dining-Momente wird, von denen ich dann immer berichten werde. Wie das erste Tuna Tataki in der Zanzibar Bar oder das erste Mal im Sterne-Restaurant Hammers!
Danach kommt ein Tuna Tataki auf Salat mit einer sensationellen Vinaigrette. Der Tuna zerläuft förmlich auf der Zunge und schmeckt so fein, dass man sich kaum zu kauen traut. Wirklich kein Vergleich zu jeglichen Sushi/Sashimi, die ich bisher gegessen habe. Miri hatte eine Lachs-Avocado-Roll. Und obwohl man ja meinen könnte, dass bei drei Grundzutaten nicht viel anders schmecken kann also üblich, waren diese hier ebenfalls ein Offenbarung. Auch Miri war sehr begeistert! Ein leichter Hauch von Räucherfisch war als Topping eine sehr überraschende Geschmacksnote, die nur ganz kurz im Gaumen blieb. Gerade so, dass man es bemerkte. Es hat aber den Geschmack überhaupt nicht dominiert oder übertüncht. Echt abgefahren.
Am Ende haben wir aus reiner Gier nochmal ein Tuna Tataki bestellt. Das war eben definitiv eines unserer Top 3 Essens-Momente! Nur ein Koch hat den ganzen Abend die Küche geschmissen! Und als Miri nach dem WiFi fragte, um ein Uber zu bestellen, ist er sogar noch selbst an den Router, um das kilometerlange Passwort von Hand zu notieren. Wir haben ihm dann unsere Begeisterung über das sensationelle Essen mitgeteilt. Er hat sich sehr darüber gefreut! Das war ein Hauch von Tokyo heute Abend. Falls jemand mal in der Ecke ist: Mirai Japanese Restaurant. Absolut zurecht 5.0!!
Müde und voll gefressen fallen wir ins Bett und schauen zusammen noch zwei Folgen Shaun das Schaf. Morgen früh geht’s dann weiter über Bali nach Jakarta und schließlich nach Sorong auf der Insel Papua! Raja Ampat, ab jetzt bitte schönes Wetter und Schluss mit der Regenzeit! Die Freyseles kommen.
Marc






3 comments
Bei mir gabs zum Lesen Apfelkuchen und Kaffee….
Statt Natur, Lego Welt und Kunst…..
Jeden Tag etwas Neues!
Ich bin allein zu Hause und
genieße eure tollen Bilder und Berichte!!!
Huch ,schon 18.05Uhr
Abendessen fällt aus…
Habe genug tolles Essen gesehen…
🧡