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Day 18 | Montag oder doch noch Sonntag?

In der Luft – Raja Ampat, wir kommen!

Heute sind wir kreuz und quer, zum Teil ziemlich unsinnig, durch die Gegend geflogen. Unser Ziel ist die Insel Papua-Neuguinea – allerdings der westliche Teil, der zu Indonesien gehört. Da es keine Möglichkeit gibt, von Sydney aus direkt mehr oder weniger geradeaus hochzufliegen, müssen wir doofe Umwege machen.

Wir fliegen zunächst nach Bali, müssen dort mit recht knapper Umstiegszeit das Gepäck holen und vom internationalen Terminal zum domestic – zu Fuß.

Es ist höllisch viel los und wir brauchen das Visum on Arrival. Miri wird panisch und quetscht sich überall nach vorne. Außerdem fängt sie jeden Mitarbeiter ab und erzählt ihm, dass wir eine knappe Anschlussverbindung haben. Mir ist es etwas unangenehm, an allen Wartenden vorbeizuziehen, aber es ist enorm wirkungsvoll!

Wir kommen sogar ohne Zollgenehmigung durch – der winkt uns einfach durch. Im Übrigen sind wir auch ohne Return Flight eingereist, was man eigentlich gar nicht darf. Denn in der Zwischenzeit ist unsere Buchung, die ich heute Morgen vor dem Check-in in Sydney noch schnell machen musste, storniert worden. Scheiß Opodo! Ich habe mir eigentlich geschworen, nie mehr mit dieser Drecksbude zu buchen. Aber mit Connecting Flights ist das hier die einfachste und vermeintlich schnellste Methode.

Unser erster Flug heute Morgen von Sydney nach Bali hat sich dann gleich mal um 30 Minuten verzögert, weil eine Horde betrunkener Aussis im Flieger saß. Einer von ihnen wurde schließlich unter lautem Protest von den Flight Attendants aus dem Flugzeug begleitet. Anschließend musste natürlich noch sein Gepäck im Frachtraum gesucht und ausgeladen werden. Was ein Akt! Und als ob das alleine nicht schon bescheuert genug wäre, haben die in dem Flugzeug wirklich ohne Sinn und Verstand Whisky und Wodka ausgeschenkt. Neben Miri saß ein älterer Herr, der sich bei jeder Runde zwei Bier geben ließ und die innerhalb kürzester Zeit wegpumpte. Beim achten Bier habe ich aufgehört zu zählen. Zwei Reihen vor uns saß eine größere Familie, auch mit Kindern, und die haben bei jeder Runde Whisky getrunken. Auch hier habe ich irgendwann aufgehört zu zählen, als sie beim siebten angekommen waren. Die Flugbegleiter wurden wirklich jedes Mal abgefangen, wenn sie den Gang entlangkamen. Das ist doch total bescheuert, oder? Da muss die Airline einen betrunkenen Gast aus dem Flieger entfernen, was zu Verzögerungen führt, die vermutlich zigtausend Euro kosten. Und dann schenken sie der gleichen Truppe direkt nach dem Start willenlos weiter Alkohol aus. Das sagt auch viel über das Reiseziel Bali – ein bisschen wie der Ballermann für die Deutschen und Briten oder Ibiza für die junge Instagram-Schar. Bescheuert und traurig.

Weniger stressig geht es dann bei unserem zweiten Zwischenstopp in Jakarta zu. Wir haben fast sechs Stunden Zeit und am Flughafen ist quasi nichts los. Unser Flieger geht kurz nach Mitternacht und wir haben die freie Wahl, uns gemütliche Schlafplätze zu suchen. Nach einer heißen Schokolade und ein bisschen Verstecken mit Maila haben sich die beiden Mädels auf die wohl unbequemste Stuhlreihe gelegt. Ich habe keine Ahnung, ob sie geschlafen haben oder nicht. In der Zeit habe ich auf jeden Fall den Bericht von gestern fertiggeschrieben und gefühlt 20 Milliarden Rupien abgehoben. Ich blicke hier nicht mehr durch vor lauter Nullen. Da man pro Abhebung immer maximal 1,2 Millionen ziehen darf, verliert man nach der fünften Runde einfach den Überblick. Mein Geldbeutel geht eh schon lange nicht mehr zu und ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt 10.000 € oder nur zehn Euro dabeihabe.

Ich bin jetzt einfach auch zu müde und suche mir ebenfalls ein schönes Plätzchen zum Schlafen. Und nun erringe ich noch einen zweiten großartigen Triumph: Nicht nur Ernährer, sondern auch Nestbauer der Familie bin ich jetzt! Ich habe nämlich den bequemsten Schlafplatz auf dem Kinderspielplatz gefunden, auf den Maila und ich ziemlich genau draufgepasst haben. Ich frage mich noch immer, wieso wir da im Schlaf nicht runtergefallen sind.

Ankunft in Sorong

An alles Weitere kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern. Miri hat uns irgendwann geweckt, wir sind im Halbschlaf ins Flugzeug getorkelt und eingeschlafen, noch bevor das Ding abgehoben ist. Tatsächlich habe ich gut schlafen können, und Maila mussten wir morgens nach der Landung sogar aufwecken. Wie es um die Laune meiner Frau stand, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, aber ich habe sie direkt zum Frühstück in das luxuriöseste Hotel in Sorong gebracht.

Dort konnte sie sich so richtig den Bauch vollschlagen. Da sie ja immer mal einen normalen Urlaub mit normalem Bett und normalem Hotel fordert – mit normalem Frühstück und normalen Leuten – haben wir direkt eine Nacht vor unserer Rückreise hier noch gebucht. Das Hotel ist wirklich ziemlich luxuriös, seltsamerweise kostet die Nacht trotzdem bloß 43 €. Maila ist nach dem Frühstück noch in den Pool gehüpft, und wir haben hier ein paar internationale Familien kennengelernt. Die eine kam gerade zurück und war hellauf begeistert, die andere kam gestern an und freut sich jetzt auch auf das Abenteuer Raja Ampat. Und jetzt kommt’s: Die Tochter heißt – wie soll es anders sein? – Lilly! Das dürfte dann jetzt die siebte Lilly sein. Nach einem kleinen Plausch und dem Austausch von Erfahrungen und Tipps freuen wir uns sehr auf die kommenden Tage. Die Familie hat Delfine beim Schnorcheln getroffen und war auch sonst von den Inseln und der Unterwasserwelt sehr begeistert. Jetzt haben wir noch einen Kontakt für ein Speedboot, um unsere etwas längere Überfahrt zu den weiter draußen auf dem offenen Meer liegenden Fam-Inseln sicherer und schneller zu machen.

Ich habe mir noch eine lokale SIM-Karte besorgt und hoffe, dass wir auf den Inseln ab und zu auch Netz haben, damit ich die Berichte weiter hochladen kann.

Fähre nach Waisai

Nein, das war sie glücklicherweise nicht. Aber das war das erste Schiff, das man zu Gesicht bekam bei der Ankunft im Hafen. Die Fähre nach Waisai war auch nicht viel schöner, wie überall in Indonesien. Aber sie hat uns bei einsetzendem Regen heil ans Ziel gebracht. Wir haben die Ecomomy-Klasse gewählt, um 4,50 € zu sparen. Im Unterdeck etwas eingequetscht zwischen hauptsächlich Einheimischen, war die Überfahrt aber prinzipiell völlig okay.

Erster Halt: Friwin

Am Hafen in Waisai erwartete uns dann schon das kleine Langboot, mit dem wir auf unsere kleine Insel Friwin gebracht werden sollten. Aber der Motor ließ sich direkt mal nicht starten. Und während sich der Hafen mehr und mehr leerte, trieben die Freyseles noch immer im Hafenbecken umher. Unter großem Einsatz und unermüdlich riss der gute Mann immer wieder an dem Startseil des Bootmotors. Aber da tat sich nichts. Irgendwann hat er das Ding auseinander gebaut und nach einiger Bastelarbeit sprang er dann wenigstens mal an. Die Freude währte nicht besonders lange. Als wir schließlich auf dem Meer waren ging das Stottern los und der Motor war wieder aus. Und so ging das noch weitere viermal, bis wir endlich auf unserer ersten kleinen Insel Friwin angekommen sind. Sehr hübsch hier auf den ersten Eindruck. Allerdings geht die Sonne schon unter und wir werden wohl erst morgen so richtigen sehen können, wo wir sind.

Marc

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2 comments

  1. Viel Glück !!!!

  2. Welches ist eure Hütte?
    Die mit dem Geländer?
    Das Bild mit dem Piratenschiff ,ist das
    die Herrentoilette am Flughafen?