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Day 16 | Von Tongatapu zurück nach Sydney

Der allwissende Taxifahrer

Ganz gemütlich lassen wir es heute angehen. Unser Flug geht erst heute Abend um 5:30 Uhr und wir müssen schon um zehn kleinen Hostel raus. Das Gepäck haben wir einfach mal im Gartenhäuschen verbarrikadiert.
Das hat mir die Hostel Betreiberin vorgeschlagen. Als ich dann allerdings vor dem Gartenhäuschen stand, war da ein Schloss. Mutmaßlich abgeschlossen. Also hab ich das ganze hinterm Haus deponiert. In diesem Moment kam ein Taxi Bus angefahren und wartete ein paar Meter vor unserem Häuslein in einem Hof. Irgendwann winkt der Fahrer und ich schlafe zu ihm rüber. Und wer sitzt da drin? Unser Taxifahrer von vor zwei Wochen. Diese Insel scheint echt ein Dorf zu sein, obwohl sie eigentlich gar nicht so klein ist. Jedenfalls fragt er mich irritiert, warum ich denn das Gepäck hinterm Haus deponiere und nicht im Gartenhäuschen. Ich bin irritiert, woher er weiß, dass in diesem Hinterhaus ein Gartenhäuschen steht. Ich antworte – noch leicht irritiert – dass das Gartenhäuschen mit einem Schloss versehen ist und abgeschlossen ist. Er lacht, schüttelt den Kopf und sagt: „Nein, nein! Das ist immer offen. Du musst nur den Riegel zurückziehen.“

Diesmal mittelschwerer irritiert, laufe ich zurück in den Garten zum Gartenhäuschen und mache, was mir vom Taxifahrer empfohlen wurde. Überraschender Weise ist das Schloss nicht verriegelt und ich bin in der Lage, die Türe zu öffnen, um unser Gepäck dort zu deponieren.

Mein Hirn versucht, momentan noch herauszufinden, warum der Taxifahrer weiß, dass in diesem Hinterhof ein Gartenhäuschen steht, dessen Türe trotz Schloss nicht verriegelt ist. Also geh ich nach vorne und muss diese irritierende Tatsache aufklären. Er sagt nur, dass er das Häuschen kennt. Ich geb mich mit dieser kurzen Antwort zufrieden und verbleibe weiterhin mittelschwer irritiert.

Später frage ich mich dann, für was überhaupt ein Schloss angebracht ist, wenn selbst ein zufällig daherkommender Taxifahrer nicht nur den Ort des Gartenhäuschens kennt, sondern auch noch den Umstand, dass das Schloss nur reine Fassade ist. Kriminalität scheint also auf diese Insel keine sonderlich große Rolle zu spielen. Und obwohl ich sonst eigentlich stets großes Grundvertrauen habe, schließe ich mich dazu, unseren Rucksack mit Reisedokumente, Notebook und Geld mit in die Stadt zu schleifen.

Friends Café & Markt

Den restlichen Teil des Vormittags verbringen wir im Friends Café und frühstücken in aller Gemütlichkeit. Der lokale Markt ist nur wenige Schritte um die Ecke entfernt. Letztes Jahr habe ich aus Geiz und Ärger über die verdammt hohen Preise keinen Holzwal gekauft. Heute auch nochmal.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Der Check-In am kleinen Flughafen ging heute verhältnismäßig schnell. Letztes Jahr herrschte an dieser Stelle das volle Chaos, als der Strom für ne Stunde ausgefallen war. Dafür hatte der 5 Stundenflug gefühlt die doppelte Länge. Hatte er im Übrigen auch – gefühlt. Wir sind nämlich 3 Stunden zurückgeflogen in der Zeitachse. Und so war es für uns mitten in der Nacht als wir schließlich zurück in Sydney waren. Ortszeit war allerdings erst 20:30 Uhr. Und alle meine Reisebegleiterinnen hatten schrecklichen Hunger. In der Stadt angekommen, haben wir uns dann zur PrimeTime des australischen Nachtlebens auf die Suche nach einer Pizzeria gemacht. Glaubt es oder nicht – gar nicht so einfach! Nach einem wirklich eineinhalb-stündigen Fussmarsch kreuz und quer durch die Innenstadt, haben wir schließlich erfolglos aufgegeben und sind frustriert zurück. Ich hatte Angst um Leib und Leben, angesichts des hungrigen Rudels, das da neben mir und um mich herumschlich.
Aber als erfolgreiches Familien-Oberhaupt bin ich nunmal in schweren Zeiten dazu da Nahrung für das Rudel zu beschaffen. Und so habe ich nach Mitternacht noch eine Straßenpizzeria entdeckt, als schon alle Hoffnung aufgegeben war. Und erfolgreich kehrte der Papa mit Nahrung für sein Rudel zurück. Es war der wohl triumphalste Moment dieser Reise! Ja. Jetzt wenn ich nochmal darüber nachdenke, war es vielleicht sogar jener Moment, von dem die Nachkommen, meiner Nachkommen noch am 8K-TV-Lagerfeuer posten werden. Damals, 2025, als man noch Nahrung beschaffen und selbst kauen musste.

Nun ja, hier der Moment des Glücks – Bilder sprechen ja mehr als …

Ich denke man sieht mir an, wie furchtbar stolz ich auf mich war.

Gute Nacht und teilt diese Geschichte! Mir liegt viel daran.

Marc, der Ernährer

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2 comments

  1. Pizza!!!!!!

  2. Savior!