Guten Morgen San Francisco!


Überraschend spätsommerlich hier. Ich hatte eigentlich heiße Temperaturen erwartet. Aber es sind nur so um die 20 Grad. Und während unserer Uber-Taxi-Fahrt zur Golden Gate Bridge erfahren wir auch noch, dass die Temperaturen das ganze Jahr über so sind. Die Berge, der nahe Pazifik… das alles scheint für ein ausgeglichenes Ganz-Jahresklima zu sorgen. Man lernt nie aus. Und wir erfahren auch noch, dass wir die Golden Gate Bridge, das Wahrzeichen von San Francisco, vermutlich nur im Nebel, wenn überhaupt, sehen werden. Es zieht sich nämlich ein Nebelband an der Ostküste entlang bis kurz nach der Brücke. Danach das absolute Gegenteil. Sonnenklarer Himmel ohne einen Wolkenfetzen. Und exakt so wurde es auch! Nur mit dem kleinen Glück, dass wir bei unserer Ankunft an der Brücke am frühen Morgen vor 9:00 Uhr für etwas mehr als eine halbe Stunde zumindest die Brücke selbst und jeweils die Hälfte der beiden Pfeiler sehen konnten. Nach oben hin tatsächlich alles in dichtem Nebel gehüllt. Und der wurde sogar noch schlimmer, bis man gegen 10:00 Uhr fast nichts mehr von der Brücke gesehen hat.







Zu Fuß von der Golden Gate Bridge zur City
Wir sind dann den Strand entlang Richtung City gelaufen. Ein sehr schöner und ruhiger, sauberer Strand, an dem viele Frühmorgensport gemacht oder ihre Hunde ausgeführt haben. Irgendwann konnte man dann aus der Nebelsuppe heraus Alcatraz sehen, die berühmte Gefängnis-Insel. Keine 300m von der Brücke entfernt klart der Himmel auf einen Schlag auf und – wie oben schon angekündigt – strahlend blauer Himmel. Zuvor war es doch recht frisch und Miri und Maila hatten ihre Jacken an. Jetzt, ein paar hundert Meter weiter schön warm, T-Shirt Wetter. Verrückt! Und das lag nicht an der Uhrzeit, es ist wirklich die Wind/Nebel-Kombination gegenüber dem strahlenden Sonnenschein. Also Augen auf vor dem Umzug nach San Francisco. Wenn’s dumm läuft wohnste in der falschen Ecke und hast Berliner Scheißwetter und der Nachbar liegt am Pool in der Badehose.
Nett hier
Nach einem ordentlichen Spaziergang sind wir irgendwann am Hafen und am Fishermen’s Wharf angekommen und vor einer Chocolate Fabrik gestanden. Schon wieder. Ich ziehe das an. Also haben wir Schokolade gekauft, gegessen und so. Was ich mit Sicherheit sagen kann: die Kakaobohnen zur Herstellung stammen nicht aus Rarotonga (der treue Leser weiß warum). Und das war’s schon. Das war eine kurze, knackige, aber echt schöne kleine Stadtrunde und uns hat’s super gefallen! Die erste US-amerikanische Stadt, die uns sofort sympathisch war. Gut, wir haben das Elend in Downtown, mit all den Homeless und Drug People nicht gesehen, aber das hier an der Küste gelegene ist echt schön und von der Stimmung sehr relaxed. So ganz und gar anders, als auf uns die anderen US Städte bisher gewirkt haben. Miri denkt schon ans Auswandern. Sie hat mit 12 wohl schon ein paar Dollars gesammelt und war fest entschlossen. Zumindest hat sie es ein Stück weit Richtung USA geschafft – 115km, um genau zu sein. Ist aber irgendwie ja für den Schwaben und die Schwäbin auch schon Ausland.




Und jetzt? War’s das schon?

Und jetzt? Ich bin irritiert. Wir sind am Flughafen SFO – viel zu früh!!! Jetzt, beim 16. und letzten Flug! Jetzt soll es auf einmal vorbei sein?
Mich überkommt ganz plötzlich ein trauriges Gefühl. Es ist aber nicht traurig traurig. Es ist mehr so selbst zufrieden traurig. Ich schaue meine Mädels an, die mir grad gegenüber am Tisch an einem beliebigen Cafe im Airport sitzen. Meine Verlobte kriegt ein Lächeln, hat sie glaube ich nicht gesehen. Ich bin wahnsinnig stolz auf Maila! Wie unglaublich sie diese Reise mit uns spielend leicht mitgegangen ist! Auf Kommando in den tiefen blauen Pazifik gesprungen ist, weit vor der Küste. Eindrucksvolle Wogen und unter uns die riesige Buckelwal-Mama und ihr Kälbchen. Unsere kleine Maila schaut durch ihre Taucherbrille nach unten, wow! Und wie sie auf jedem Kontinent innerhalb von Sekunden auf jedes Kind los ist und auf ihre so süße und sympathische Art mutig und selbstbewusst Kontakt gesucht hat. Und innerhalb kürzester Zeit eine Spielfreundin gefunden hat; auch weil sie es einfach gut gemacht hat! Sie ist innerlich so gewachsen in den letzten fast zwei Monaten. Wie sie in den stressigen Momenten ruhig blieb und funktioniert hat wie ein Uhrwerk! Ich konnte mich 100% auf sie verlassen. Sie hat mir immer sofort gefolgt, wenn ich sie hektisch irgendwo hinzitieren musste – mitten im stressigen Berufsverkehr von Manila. Sie hat uns in den Arm genommen, wenn es mal zwischen Mama und Papa heiß wurde. Sie war keine Belastung oder ein Kind, auf das man ständig aufpassen und das man stets bespassen musste. Sie war eine starke Unterstützung gewesen – ja! Und das sage ich über ein 5-jähriges Kind! Wir sind unglaublich stolz auf Maila!
Ende?
Ich hätte noch so viele Gedanke zu unserer Reise, den Locations, den Menschen, den Entwicklungen innerhalb unserer kleinen Familie. Und mir fällt so viel ein was wir alles gemeinsam erlebt haben, dass mir die eine oder andere kleine Feuchte Ecke in den Augen bescheren würde. Vielleicht schreibe ich später, im Flugzeug noch ein paar Takte dazu. Jetzt, so lange es so wild in meinen Gedanken tobt.
Marc & die Mädels



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🍀🥰☀️🤗Willkommen zurück 🤗☀️🥰🍀