Garten Eden
Was ein hübsches kleines Häuschen mitten im Garten Eden! Ein unfassbar schöner, natürlicher Garten mit so ziemlich allem, was hier wachsen kann! Verschiedene Bananen, Ananas, Chili, Papaya, Maracuja, Lemon, Mango, Curry-Tree, Ingwer, Wildtomaten und tausend andere Früchte, deren Namen ich zum ersten Mal gehört habe. Um den Garten kümmert sich die Frau des Vermieters, ein älterer, sehr netter und sportlicher Mann. Er kam grad vom Joggen zurück. Wir haben direkt eine Führung durch seinen riesigen Garten bekommen. Echt beeindruckend. Und er hat uns gefragt, ob wir in der Nacht Moskitos hatten. Seine Frau sei zur Zeit nicht da und er habe vergessen die Räume vor unserer Ankunft auszusprühen. An das denkt normalweise seine Frau (diese Info wird gleich noch relevant). Sehr sympatischer Kerl!





Doch nun zu gestern Abend. Als wir angekommen sind, war es bereits stockfinster und wir haben außer der Eingangstüre nicht mehr allzu viel gesehen. Und da wir auch saumüde waren, sind wir auch relativ schnell im Bett gelandet. Mit Schlafen war es dann allerdings lange nichts. Denn meine Verlobte hat sich wieder als äußerst geschickte Tierspäherin hervorgetan und sämtliches Getier, das krabbeln , schweigen oder fliegen kann, zielgenau und zuverlässig entdeckt! Sie sollte wirklich über eine Karriere in der Serengeti nachdenken. Gut, zurück zum Einschlafen. Maila und mir ist das bestens gelungen, nachdem ich 2 Moskitos töten musste. Dann reißt mich ein lautes „eehhhhhMaaaaaarc“ aus dem Tiefschlaf!
Mein VerLObtE?! Im SchLuNd eines DrAcHEn?! Ein HAi am FuSSe uNsERes BetTes?! Oder nOCH SchliMMER?
Eine Kakerlake lief gemütlich durch unser Schlafgemach. Gut okay, sie war groß und man konnte im Dunkeln das Krabbeln sehr deutlich hören und daran schon die Größe erahnen. 2m war sie groß oder 3. Ich habe es erst mit Rücken zudrehen versucht. Aber Miri blieb leider penetrant, leicht panisch und viel zu laut um weiterzuschlafen. Ich glaube Maila hat das gleiche wie ich gemacht, aber einfach nicht reagiert. Versuche ich das nächste mal auch! Also bin ich grantig aufgestanden, hab im Dunkeln den Lichtschalter erstastet und gehofft, dass mich das Biest nicht verschlingt, bevor ich den Schuh ergriffen habe. Das Krabbeln wurde nämlich lauter. Entweder ist das Ungeheuer auf dem Weg zum Lichtschalter gewachsen oder es ist bedrohlich näher gekommen! Man denkt dabei seltsamerweise immer an Men in Black… ich schaffe es lebend zum Lichtschalter, knipse ihn an und erblicke… eine riesengroße Kakerlake!!! 6m hoch und 9m lang. Ich nehme meinen Schuh (der ist aufgrund meiner Entenfüße auch 6m lang) und schlage wie im Blutrausch auf alles, was sich in meiner Nähe auf dem Boden bewegt. Dabei erlege ich auch 4 Schweine, 2 Hähne und vermutlich den Vermieter der AirBNB Unterkunft. Aber – und das ist das Wichtigste für den Moment – ich erlege meine erste Riesen-Kakerlake auf dieser Reise mit meinen eigenen Händen und meinem eigenen Schuh! Genau so, muss es sich für Miri angefühlt haben in diesem Moment. In Wahrheit war die Kakerlake nur 5cm, was wirklich auch schon groß war. Und sie war wirklich schnell. Ich habe aber mit dem ersten Batscher das Teil zermalmt. Hat mir ein bißchen leid getan, das … Ding. Sie hat ja nichts getan. Nicht mal Blut gesaugt. So wird man zum Mörder. Es braucht nur eine Verlobte.
Anflug auf Tahiti
Kurz vor dem Start wurde es dann nochmal hektisch! Wie immer, wir spät dran, stellt sich am Schalter heraus, dass wir einen Weiterflug vor der Einreise nach Tahiti nachweisen müssen. Wir haben keinen Weiterflug. Wir haben auch kein WiFi und der ganze Flieger wartet auf uns. Alle Passagiere sitzen wohl schon drin… also hektisch via Hotspot am Airport schnell schnell den schon anvisierten Flug nach San Francisco ausgewählt und auf gut Glück alles panisch durchgeklickt. Okay, läuft, dachte ich – bis – ja, bis es zum Bezahlvorgang mit Miris Kreditkarte kam. Und ich weiß nicht wie oft ich das vor Antritt der Reise runtergebetet habe… na ja, auf jeden Fall ging die Bezahlfreigabe nicht und wir wurden zum Einsteigen aufgefordert. Der Typ am Schalter hat die Flugnummer des potentiellen Fluges notiert und meinte „passt schon“. Allerdings sagt er auf meine Nachfrage, ob wir denn ohne Weiterflug einreisen dürfen (immerhin sind wir EU-Bürger) auch, dass dies nicht ginge. Ich also auf 195 durch die Security durch. Wir sind dann auf direktem Wege zur kleinen Propellermaschine eskortiert worden. Und tatsächlich, da saßen sie alle schon – hoppla, bißchen peinlich. Na ja, wie immer halt.
Auf jeden Fall Marc im Angriffsmodus: ein freies Wifi auf dem Weg in den Flieger gefunden, im Turbogang auf der Rollbahn noch durch die Buchung durchgeklickt und mit dem letzten Fetzen Wifi Empfang schon im Starten den Bezahlvorgang mit meiner Kreditkarte bestätigt. Okay, das war jetzt wirklich knapp – also wirklich. Und leicht illegal war es auch. Aber vor allen Dingen war es – und jetzt kommt’s – scheißegal! Bei der Einreise hat sich nämlich keine Sau dafür interessiert. Die ganze Panik umsonst! Eigentlich sollten wir es mittlerweise besser wissen. Aber gut, man lernt nie aus. Zumindest habe ich in der Hektik keinen Fehler bei der Buchung gemacht und wir haben jetzt mal nen Flug in die USA.
Französisch Polynesien
Die Ankunft hier war etwas ernüchternd. Sehr französisch und relativ wenig Flair in der Stadt Papeete selbst. Hier und da, bei den echten Locals an den Straßenecken, coole Musik und Straßenstände. Da kommt man etwas in Stimmung. Aber der größte Teil von Papete wirkt auf mich wie viele runtergeranzte Übersee-Departements der Franzosen. Schade eigentlich. Auch die Touristen hier sind ein ganz anderer Schlag, als wir das die letzten Wochen erlebt hatten. Das Highlight heute war Mailas Nacktbadegang auf dem Rooftop-Pool finity.

Um ehrlich zu sein freuen wir uns, dass wir morgen früh gleich mit der ersten Fähre nach Moorea weiterreisen. Bestimmt gibt es auch hier schöne Ecken, aber Papate ist es nicht. Am letzten Tag hier auf Tahiti, nächste Woche, versuchen wir vielleicht noch mit einem Mietwagen auf die andere Seite von Tahiti zu fahren, um die berühmt-berüchtigte Surfwelle Teahupo’o mal mit eigenen Augen zu sehen. Man kann wohl mit einem Boot an die Bruchkante seitlich hinfahren und den Surfen zuschauen.
Marc


3 comments
Hach Marc. Ich liebe meine tägliche Lektüre.
Und heute habe ich so laut gelacht, dass mich meine Sitznachbarn im ICE komisch angeschaut haben. Du todesmutiger Kerl! Was tut man nicht alles für Verlobte und Kind. Ganz selbstlos.
Euer Abenteuer! So schön, dass wir ein bisschen dabei sein dürfen!
Freu mich auf morgen
Dorli
Das war bisher der aufregendste Bericht…
Freue mich immer gleich auf den nächsten..
Hauptsache ihr bleibt soweit gesund…
Viel Spaß und Gluck🍀💝🥰☕😎🍌🏝️🌴🤗
Also nochmal viel Glück
Das mit der Kakerlake war ziemlich lustig…
Viele Grüße 🍀 🪲🪳🦟🪰