Endlich! Richtiger Kaffee

Gestern sind war das erste Mal ohne abendlichen Ausflug ins Bett und haben uns so richtig ausgeschlafen. Gegen halb 10 sind wir aufgewacht und haben uns dann auf die Suche nach richtigem Kaffee gemacht. Nach ein paar Minuten Fahrt auf der Ringstraße sind wir an einem gelbem Achtung-Schild mit der Aufschrift: „Slow down, smell the coffee“ vorbeigekommen.
Und siehe da, es gab backfrische, sehr leckere Croissants und richtigen Kaffee! Sogar Bohnen kann man hier kaufen. Nach einem kleinen Small Talk habe ich herausgefunden, dass dieses kleine Café die ganze Insel mit frischem Kaffee versorgt. Jetzt ist mir auch klar, warum man hier so selten echten Kaffee bekommt. 250m weiter gab es dann noch einen frischen Früchte-Smoothie in dem Saftladen (wie Maila ihn nannte), den wir am Ankunftstag schon entdeckt hatten.
Schnorcheln in der Avaavaroa Passage
Wir haben in einem Blog vor ein paar Wochen gelesen, dass es hier einen Container gibt mit dem Aufdruck „Go Local“. Hierbei handelt es sich, wie der Name ja schon sagt, um Locals, die nachhaltig und mit Respekt vor Natur und Tier Touren und Ausflüge anbieten. Da wir dort auf dem Rückweg vorbeigekommen sind, haben wir kurz angehalten um zu schauen, was die so treiben. Zufälligerweise ging grad das letzte betreute Schildkröten-Schnorcheln vor dem Wochenende los. Und das sollte stolze $150 kosten. Maila war eh schon müde und Miri war auch nicht unbedingt übermotiviert. Also habe ich denen kurzerhand gesagt, dass ich in 10 Minuten in Badehose wieder zurück bin. Teaser: es hat gereicht. Wir sind schnell zurück gedüst, ich hab mich umgezogen. Eigentlich finde ich das ja ziemlich lächerlich so viel Geld für ein bißchen Schnorcheln zu bezahlen. Aber ich wollte mir die Chance jetzt nicht entgehen lassen, da es die nächsten Tage nicht nur Wind geben wird zum Kitesurfen, sondern das Wetter auch schlechter werden soll. Also ging es in einer recht kleinen Gruppe los. Ich habe mich dazu entschieden nur die GoPro mitzunehmen, da ich schon öfter von der starken Strömung im Kanal gehört hatte. Nach zunächst gemütlichem Schnorcheln durch die Lagune, kamen wir schließlich an die Einbuchtung des Kanals. Wir hatten bereits 3, 4 Meeresschildkröten entdeckt. Die meisten in relativ geringer Tiefe von 2-3 Metern. Dort saßen die Schildis in sogenannten Putzerstationen. Echt lustig mit anzusehen, wie die Putzerfische den Panzer von Parasiten befreien. Die Schildkröten scheinen es zu genießen. Also bis jetzt echt toll! Gute Sicht und Meeresschildkröten, die ganz gechillt auf den Korallen parken.






Als wir dem Kanal zum ersten Mal etwas näher kamen, sah man schon die steil in die Tiefe abfallenden Riffkanten. Urplötzlich ging es runter bis auf ca. 20–30 Meter. Bei guter Sicht konnte man bis auf den Grund sehen. Die Guides sind mit professionellen Schwimm-Hilfen immer an den Grenzen des Kanals gedriftet, damit niemand in den Sog gerät. Als auf einmal tief unter uns ein eindrucksvoller Schwarm großer Adlerrochen vorübergleitet! Wow! Bestimmt 40 Tiere schweben ganz langsam unter mir. Also gebe ich dem Guide Bescheid, dass ich hinab tauchen möchte. Er gibt das okay und meinte noch, ich solle auf die Strömung acht geben. Ich hab tief Luft geholt und bin ca. 12-14 Meter tief nach unten in den Kanal getaucht. Netterweise hat der Guide sogar Fotos davon gemacht. Bis ich unten war musste ich drei mal Druck ausgleichen. War ein total tolles Gefühl mitten in dem Rochenschwarm zu tauchen. Beim Auftauchen habe ich schon bemerkt, wie weit ich tatsächlich unten war und musste mich echt zusammenreißen, um nicht zu früh mit dem Ausatmen zu beginnen. Wow! So tief war ich glaube ich noch nie. Die Quittung dafür habe ich direkt bekommen. Beim Dekomprimieren ist wieder Wasser hinters Trommelfell gekommen. Ich habe es bis in den Abend rein nicht mehr rausbekommen. Hoffentlich wartet jetzt nicht die nächste Gehörwegs-Infektion auf mich!! Hab die Ohren 3x mit einer alkoholischen Desinfektion gespült und trocken geföhnt. In meiner Verzweiflung habe ich alles mit den Ohren veranstalten, was man machen kann, um das Wasser rauszukriegen…




Heftige Strömung im Avaavaroa Kanal
Und während ich nach dem Auftauchen noch mit Atmen und Wasser rausschütteln beschäftigt war, bin ich etwa drei Meter hinter die Guides gedriftet und der Sog hat mich erwischt. Das war echt krass! Man sieht das auf der Oberfläche nicht wirklich. Aber ich bin sofort um mehrere Meter innerhalb von wenigen Sekunden Richtung Riff gezogen worden. Und ich musste richtig stark auf die Seite schwimmen um wieder rauszukommen. Bis ich wieder an der seitlichen Riffwand war, sind sicher 10 Sekunden vergangen. Die Guides blieben zwar noch cool, hatten mich aber beide schon direkt im Blick. Um ehrlich zu sein, wenn jemand nicht gut schwimmen kann oder einfach nicht ganz so fit ist, dann flutscht man hier ruckzuck durch den Kanal raus aufs offene Meer. Daher denke ich zum ersten Mal, dass sich die 80€ im Zweifel doch lohnen! Die Guides wissen genau wo die Schildkröten sind, kennen die Putzerstationen, die Adlerrochen-Reviere und auch die Ränder zur gefährlichen Kanal-Strömung. Alleine hier draußen nur einen Moment unaufmerksam und es kann tatsächlich gefährlich werden. Das muss ich an dieser Stelle zugeben, obwohl ich gestern den Preis noch für lächerlich gehalten hatte. Ich finde es immer noch ziemlich viel, aber kann nun nachvollziehen warum.





Bei Kokospalmen gibt‘s Mann und Frau?
Nach dem Schnorcheln gab es noch frische Früchte und eine Lehrstunde über Kokosnüsse! Tatsächlich cool! Jetzt weiß ich wie man die Dinger ohne Machete öffnet und ich weiß welche Reifegrade für was am besten geeignet sind. Schiffbruch kann kommen… war wirklich gut und informativ! Richtig abgefahren wurde es dann, als er mir erklärt hat, was ein Cook Island Marshmallow ist. Man nimmt eine bereits treibende Kokospalme. Also eine Nuss, bei der schon eine kleine Palme rauswächst. Wächst die Palme aus dem dicken Ende, ist’s eine männliche, wächst die Palme aus dem spitzigen dünneren Ende, ist es eine weibliche Palme. In jedem Falle schält man die Nuss und schlägt die ausgeschälte Kokosnuss auf. Dort, wo in einem früheren Stadium die Kokosmilch ist, ist nun etwas pilzähnliches Hellweißes entstanden, was die gesamte Kokosnuss ausgefüllt hat. Er meinte, dass es wie ein Kinderüberraschung-Ei sei. Man weiß nie so recht wie es schmeckt. Aufgeschnitten sah es aus wie ein Spülschwamm. Er hat das erste Stück gegessen. Ich habe mir das zweite Stück geschnappt. Lecker! Süß, leicht milchig! Überraschenderweise recht wenig Kokosnuss-Geschmack.
Im Preis inbegriffen waren alle Fotos, die der Guide während des Ausflugs gemacht hat. Ich dachte ja erst, dass ich das nicht brauche, weil ich ja selbst Bilder und Videos machen werde. Aber jetzt habe ich tolle Fotos von mir, wie ich tief unten Bilder von Rochen und Schildkröten mache. Also alles in allem ein echt toller Ausflug und der Preis dafür wirkte dann am Ende doch nicht mehr ganz so fies. Und noch besser ist, dass ich jetzt weiß wo die Schildis sind. Die ersten 2, 3 sind noch weit genug vom Kanal und der Strömung entfernt, so dass ich eventuell morgen mit Miri und Maila dorthin kann.
Gelbflossen-Thunfisch zum Abendessen

Mutter und Kind haben eine Siesta gemacht und, als ich zurückgekommen bin, UNO gespielt. Außerdem hat meine Frau Wäsche gewaschen, während der Mann sich vergnügt hat! Das muss aber auch mal gesagt werden! So, Danke, Frau, Verlobte!
Zurück zum Gelbflossen-Thunfisch. Den haben wir uns beim Abendessen im Restaurant Tamarind gegönnt. Einmal als Tataki und einmal als Steak. Mega yammi, wie die Neuseeländer hier alle sagen. Miri hatte ein unglaublich leckeres Rinderfilet und jetzt sind wir pleite. Aber es war ein sehr schöner Abend.



Marc


One comment
War beim WLAN ⛺und habe deinen super Bericht gelesen und die tollen Bilder gesehen, Marc. 😉 🍀 ☀️