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Day 11 & 12 | Sorong & Nachtfähre

Sodele. Heute. Gleiches Programm. Auf den letzten Drücker zum Frühstück – wie üblich. Pool, essen, trinken, essen. Marc wird’s langweilig. Dann geht er erfolglos einen ATM suchen. Man glaubt es kaum, aber die ersten 3 ATM’s die ich gefunden habe, nehmen keine VISA Karten. Statt mit Geld, komme ich mit zwei Flaschen viel zu teurem Wasser zurück. Marc ist immer noch langweilig. Wir gehen nochmal Kaffee trinken. Dieses Mal gleich zu Fuss. Wir sind wieder Attraktion und alle Kinder winken und rufen uns zu. Die meisten nett. Zwei Jungs labern mich dumm an, auf die Fresse. Nein. Maila ist kurz irritiert, weil ich sonst immer nett zurückgewunken habe. Ich erkläre ihr, dass ich außer meinen 6 Vokabeln Indonesisch die Sprache nicht verstehe. Aber ich kapiere, wann mich eine kleine Nudel blöd anmacht. Waren Fussballjungs. Die Sprache versteht man. Ich checke ihn also kurz um und hol mir meine 9 rote Karte in meiner Laufbahn ab. Nein so war das nicht! Jetzt wirklich nicht! Der hat angefangen! Ehrlich, Mann! Der hat zuerst gesagt ich sei doof. Ach, glaubt doch was ihr wollt.

Maila, Indonesian TikTok Star

Da man uns ja jetzt schon kennt, werden die Bedienungen mutiger und fotografieren uns zunächst heimlich. Also nicht wirklich heimlich. Eigentlich ziemlich unangenehm aufdringlich. Und schließlich fragen sie, ob sie Fotos mit Maila machen dürfen für ihren Insta und TikTok Kanal. Maila schaut uns fragend an und modelt dann gekonnt drauf los. Mit ihrer heissen Schoki in der Hand.

Hafengewusel

Wir müssen erst um 20 Uhr am Hafen sein, die Fähre legt gegen 22 Uhr ab. Wir hatten eigentlich noch massig Zeit. Und es ist mir wie immer ein Rätsel wann genau immer was passiert, dass wir am Ende doch immer zu spät kommen. Auf jeden Fall, wollte noch jemand am Pool duschen und jemand musste 24x Pipi und dann noch was umräumen und dann noch ne Pizza und weiß der Gott was und dann war es auch schon wieder spät. Egal. Wir sind ja Gott-sei-Dank in Indonesien und da haben sie es auch nicht so mit der Pünktlichkeit. Wir sind also quasi püntklich vor Ort und besteigen über kleine schmale Bretter die stinkene alte Fähre. Glücklicherweise haben wir uns eine Schlafkabine gegönnt – Luxus! – und dürfen aufs oberste Deck. Ganz ehrlich, nicht mal vor 10 Jahren hätte ich das Mitteldeck für die 10-stündige Nachtfahrt überlebt. Dicht an dicht reihen sich dort die klitzekleinen dreckigen und eckligen Stockbetten aneinander. Überall ziemlich fertige Typen. Viele stinken ganz bestialisch nach Alkohol. Ich gehe schnell wieder hoch. Dort sitzen Miri und Maila auf der Bank vor unserer Kabine und wir warten bis es losgeht. Von hier oben können wir dem hektischen Treiben zuschauen, dass sich unter uns am Pier abspielt. Ein wilder Gewusel. Die Fähre wird mit allem bepackt, was man sich nur vorstellen kann! Sie fährt ja auch nur einmal in der Woche an den Arsch der Welt, wo wir die nächsten Tage Urlaub verbringen wollen.

Es dauert nicht sehr lange und Maila ist schon wieder connected. Dieses Mal möchte ein kleines Mädchen ständig mit ihr tanzen. Ich unterhalte mich noch mit unserem nur leicht alkoholisierten Kabinennachbarn. Er feiert es, dass wir jetzt in der Sturmsaison Urlaub auf Misool machen. Na toll. Selbst die Einheimischen halten das für eine blöde Idee. Er macht mir aber auch Mut, weil wir wohl ein relativ sturm- und wellengeschützes Homestay ausgewählt hätten. Genau, das habe ich. Sehr genau beobachtet. Ich habe nämlich ein windgeschütztes Homestay recherchiert und daraufhin gebucht. So war das. *räusper*
Nun ja, Intuition. Oder Dummenglück. Ich nehm beides. Die wirklich mit weitem Abstand betrunkendste Hafenjogi soll die Taue lösen. Ich habe Videos davon, kann ich aufgrund der Größe jetzt nicht einbinden. Aber versucht es euch vorzustellen. Es ist dunkel, großes Schiff, großes, betrunkener Jogi, sehr betrunken. Schiff fährt langsam los, Tau verliert Spannung und es gilt das Tau JETZT zu lösen, bevor wieder Spannung draufkommt. Denn ihr erinnert euch, das Schiff ist groß. Also größer und auch stärker als der betrunkene Hafenjogi, trotz seines Alkoholmutes. Und die Jungs auf dem Schiff schauen. Es bleiben ihm noch wenige Sekunden. Der Depp steht mit Flip Flops mit einem Fuss in der Tau-Schlaufe! IN der Schlaufe!!! Nix gut, lieber Jogi. Gleich isser weg, der Jogi – denken in diesem Moment ausser mir mindestens noch die 3 Seemänner und ein paar am Pier danebenstehende Schaulustige. Die auch gelacht haben, also schau und lustig waren. Es greift ein Unbeteiligter ein, während die Fähre weiterfährt und wild hupt. Der löst schließlich die Schlaufe vom Anlegepoller gerade noch rechtzeitig und der Vollgas-Depp-Jogi steht immer noch mit einem Fuss in der schweren Schlaufe. Die Schlaufe wird von der beschleunigenden Fähre mitgezogen und der Typ steigt im letzten Moment, als sei es das Normalste, gechillt und mit nur einem leichten Stolpern, aus der Schlaufe. Das hatte was Grandioses. Das war Real-Kunst. Ich glaube fast, der macht das jeden Dienstag so.

Und hier noch ein Foto vom Chef von die Ganze. Der schien seinen Job auch entspannt anzugehen. Ich hoffe er hatte beide Hände am Lenkrad während der Fahrt.

Es schaukelt ordentlich

Das Meer war etwas unruhig. Recht straffer Wind. Die Wellen immer wieder mal etwas höher, aber es ging einigermaßen. Ich war allerdings überrascht, wie stark die Fähre doch durchgerüttelt wurde dafür, dass es jetzt keine völlig wilde See war. Miri hat sich 2 Schlafpillen eingeworfen und trotzdem nur sporadisch geschlafen. Ich habe meine Familie gehütet, mit dem Bettgehen gewartet, bis niemand mehr vor unserer Kabine rumgelungert ist. Dann, wie ein guter Behüter, bin ich ins Bett zu Maila und 10 Sekunden später eingepennt. Ab und zu hat es gekracht, weil im ruppigen Wellengang Zeug irgendwo runtergefallen ist. Sonst hab ich jetzt nicht so viel davon mitbekommen. Die Details darf euch dann Miri persönlich erzählen. Sie fand es nicht ganz so entspannt. Wir sind aber schließlich mit Sonnenaufgang in dem Miniatur-Land Yellu angekommen. Ein winzig kleines Dorf, bei dem man sich fragt, wie diese Fähre da anlegen konnte. Sie konnt. Knapp über den Korallengärten.

Marc und die müden Mädels

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One comment

  1. Ihr seid einfach krass!