Yippie! Kiten!
Am frühen Morgen gab es guten Wind und ich habe die Gelegenheit genutzt und bin nach dem Frühstück schnell raus auf die Lagune. Mein 12er Schirm war eigentlich zu groß und so bin ich fröhlich durch die Gegend geflogen. Leider hat wieder niemand Beweisbilder davon geschossen. Aber es waren 2, 3 wirklich hohe Sprünge dabei. Heute habe ich mal das saubere Landen geübt. Klappt ganz gut, aber leider nur auf meiner Schokoseite nach links. Nach rechts bin ich immer noch mies – keine Ahnung warum. Mein Hirn scheint da einfach blöde zu sein.


Entgegen des Wetterberichts, der einen trüben und windigen Tag vorhergesagt hatte, war es heute Morgen sonnig und nur leicht windig – am Strand zumindest. Maila hat Mamas flossen bis zur Tauchstation getragen und wir haben sie am Strand verabschiedet. Heute ist Miri mit der Hollywood-Film Crew auf dem Boot. Ausgestattet mit einer hochprofessionellen GoPro.
Ganz toll, Papa


Maila und ich sind am Strand heim spaziert und haben noch ein klein wenig Piraten gespielt. Ich lerne heut ganz neue Sachen über Piraten. Zum Beispiel wie Piraten gehen. Und auch wie Piraten so schauen. Das ist tatsächlich gar nicht so ganz unähnlich zu dem, wie ich sonst im Alltag schaue. Man muss dich Stirnrunzeln und böse gucken. Als wir zurück waren, hat mir Maila erst mal ihr Haus in allen Details erklärt. Wir haben dann unser Tagebuch zusammen geschrieben und gemalt. Und dabei sind wir beide so müde geworden, dass wir beschlossen haben, eine kleinen Mittagspause zu machen. Ich habe den Wecker auf 45 Minuten Ausruhzeit eingestellt und wir haben uns zusammen in unsere kleine Hütte gekuschelt.
Irgendwann bin ich dann aufgewacht, weil mir ein kleines Naturmädchen auf die Brust gesabbert hat. Und als ich meine Augen so langsam öffnete, habe ich gaaaanz leise einen Alarm-Ton wahrgenommen. Ich hab schon vor Tagen dummerweise das Handy auf sehr leise eingestellt, dass durch die Zeitverschiebung hier niemand mitten in der Nacht anruft und uns aus dem Schlaf reißt. Und so hat der Wecker-Alarm uns ebenfalls nicht aus dem Schlaf gerissen. Es waren bereits eineinhalb Stunden vergangen und wir haben beide die Augen kaum auf bekommen. Und so haben wir schlichtweg den halben Nachmittag verpennt.
Die gute Nachricht ist: heute Abend ist das Dorffest! Und das geht eh länger und so werden wir beide heute Abend fit sein.
Hut basteln mit der Sekte

Seit gestern ist eine amerikanische Reisegruppe hier. Da sind ein paar sehr nette Leute dabei. Aber auch ein paar total schräge. Ich bin relativ sicher, dass es sich hier eine religiöse oder psychopharmazeutische Facebook-Gruppe handelt. Wie auch immer – einer der sehr netten heißt Zack und bastelt Sonnenhüte aus Palmenblätter. Klingt ein bißchen schräg, wenn’s Erwachsene machen, aber für Maila war das super! Also bin ich, während Miri vermeintlich mit Walen schwimmen durfte, zum spirituellen Hüte-Basteln mit Maila.Ich habe mich erstaunlich dumm angestellt am Anfang. Aber es hat mich der Ehrgeiz gepackt und natrülich auch die Erwartungshaltung meiner Tochter. Und so habe ich hoch motiviert die einzelenen Palmenblätter in einer mir nicht schlüssig vorkommenden Abfolge in einander gewurschtelt. Der gute Zack musst auch nur 2x meine wirren Bastelfehler korrigieren. Und – Team Eisele war als erstes fertig! Ach so, das war gar kein Wettrennen? Wollen wir ehrlich sein: meine „Gegner“ waren ziemlich klapprige und in den 70ern hängen gebliebene schräge Vögel. Klingt das gemein? So mein ich es nicht. Aber die sind schon schräg …
Dorffest mit Spanferkel

Direkt nach dem Sonnenuntergang beginnen die Dorfmamas damit das Buffet aufzubauen. Wie letztes Jahr schon gibt es ein großes Spanferkel vom Grill mit zahlreichen Beilagen. Außerdem das Nationalgericht Tongas, Ota Ika – das ist roher Fisch in einer Kokosnuss-Chili-Zwiebel-Soße. Das schmeckt überall ein bißchen anders. Aber immer lecker!
Den ganzen Tag freut sich Maila schon auf die traditionellen Tänze der Insulaner. Die Schüler der lokalen Gesamtschule haben wieder ein buntes Programm zusammen gestellt. Sogar ein alter Kriegstanz mit Stöcken war dabei. Gut, dass wir in der zweiten Reihe saßen. Der übermotivierte junge Tänzer ganz vorne hat seine Sache sehr ernst genommen – und sein Stock auch.
Highlight fast aller Tänze war 3-jährige Nachwuchs-Chef, der sogar in meinen laienhaften Tanzaugen beeindruckend authentisch die Bewegungen der Großen nachahmte. Die Tänzer sammelten Spenden für ihre Schule, die nicht zuletzt noch vom letzten Tsunami beschädigt ist.
Die Geldscheine werden dabei traditionell während des Tanzes an die Tänzer gepappt. Die Scheine kleben auch ganz gut am Schweiß. Bei schwach ausdünstenden Tänzern werden die Geldscheine in den Ausschnitte, Nacken oder Schulter eingeklemmt. So etwas wäre bei uns bereits ein pädophiler Straftatbestand. Das haben wohl auch irgendwann die Insulaner mitbekommen und beschlossen einen Topf in die erste Reihe zustellen. Das hat dann die Spendenbereitschaft deutlich erhöht.
Schon auch irgendwie interessant zu sehen wie verdorben und gleichzeitig übersensibilisiert unsere westliche Gesellschaft geworden ist. Hier scheint das auf jeden Fall kein Thema zu sein. Man verfällt schlagartig in kurzes Zucken.
Am Ende werden diejenigen, die sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten, zum Tanzen aufgefordert. Und natürlich hat sich irgendwann auch der kleine Tanz-Casanova unsere Maila geschnappt.

Marc
Miri’s Waltour
So, nun war also ich dran. Da die Vorhersage recht windig war, habe ich mich gleich darauf eingestellt, dieses Mal von Anfang an eine Tablette gegen Seekrankheit zu nehmen. Bepackt mit der GoPro hab ich mich dann auf das Boot mit den Jungs gewagt, die eine wahre Materialschlacht liefern was Kamera-Equipment angeht. Schon auf dem Weg nach draußen war klar, dass die Wale nicht im Ansatz so aktiv sind. Sie waren anfangs überhaupt nicht zu sehen. Ganz anders als bei unserem letzten Family-Trip. Wir sind letztlich sehr weit raus und an verschiedenen Riffs vorbeigefahren, wo es dann auch richtig wellig wurde. Aber wenigstens konnte ich feststellen, dass die Tablette wirkt. Dann kam es zu dem einzigen Sprung ins Wasser, bei dem die Wale aber schon am Losschwimmen waren und wir nur einen kurzen Blick erhaschen konnten. Spannend war, dass sie wirklich auch in Rifftiefe unterwegs waren. Man konnte also Sandboden, Korallen und Wale sehen. Das Ganze passierte nach circa zweieinhalb Stunden und dann haben wir uns, weil wir ja soweit draußen waren, auf dem Weg zurück gemacht, um weitere zweieinhalb Stunden nahezu keinen Wal zu sehen. Nicht mal ein Rausspringen in der Ferne … die haben irgendwie gestern ein Treffen auf einer anderen Insel gehabt … ziemlich durchgefroren und frustriert kam ich dann zurück. Immerhin war auf der einen Aufnahme kurz etwas zu sehen und so ist es eben. Der Kulturabend und die tollen Tänze waren dafür eine tolle Entschädigung.
Miri


2 comments
Viel Glück beim nächsten Mal 🍀🍀🍀🥰
Och ne!