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Day 07 | Zweiter Waltrip mit Maila

Ich komme mit dem Tagebuch-Schreiben kaum hinterher! Es passiert hier so viel und die Tage kommen mir viel zu kurz vor. Die ersten 4 Tage haben wir jeweils einen Wal-Ausflug. Daher bleibt uns nur der Vormittag zum Schnorcheln oder Kajak fahren in der Lagune. Da die Ausflüge 4 bis 5 Stunden dauern, kommen wir meist erst zum Sonnenuntergang zurück, voll bepackt mit tollen Erlebnissen. Schnell noch zwei kalte Bier für Miri und mich und für Maila nen Kinder-Cocktail und ab unter die Dusche, lecker essen, dann alle kaputt ins Bett. Klingt stressig – ist es auch. Ne Quatsch, ist paradisisch!

Und dann sitze ich am Ende wieder alleine hier und genieße den Mondaufgang. So schön kann das Leben sein …

Flossen-Schule für die Meerjungfrau

Wenn ich das richtig verstanden habe, gab es heute morgen eine Unterrichtseinheit für die junge Meerjungfrau im Flossenschlag. Das möchte Maila für unseren heutigen Ausflug noch trainieren. Direkt nach dem Frühstück ging’s dafür in die Lagune vor unserer Haustüre – sozusagen unsere Privatlagune. Ich war während dessen neugierig auf die Fischbox, die eben angeliefert wurde. Heute Abend gibt es wieder frischen Tagesfang. Hatte ich schon erwähnt, wie lecker das Essen hier schmeckt? Ich kenne mich da nicht so aus. Sieht auf jeden Fall nach Fisch aus. Und frisch scheint er auch zu sein – er schreit noch.

Unser kleines Mädchen ganz mutig

Aus den Tonnen an Fotos, die ich in den letzten Tagen geschossen habe, gefiel mir dies hier am besten. Man sieht hier zwar den Walbullen nur vage von hinten, aber es vermittelt ein wenig die Stimmung die aufkommt, wenn man sich nach dem Sprung in den kühlen und dunklen Pazifik – unter einem ein ewiges Nichts – „langsam“ diesem riesengroßen Tier nähert. Ich finde es auch dieses Mal wieder tierisch beeindruckend, was Maila sich alles zutraut. Das ist schon eine Wucht und es kribbelt bei mir jedes Mal der Bauch, wenn’s dann losgeht. Ein Gefühl, das süchtig macht.

Maila ist hier auf Miris Rücken und ich bin dahinter. Es ist ein wirklich schwer zu beschreibendes Gefühl, wenn man sich der Schwanzflosse nähert – immer fest im Blick der kaum sichtbare Wal in der Ferne. Ich bin jedes Mal auf Adrenalin! Wir nähern uns prinzipiell von der Seite. Sobald man den Wal unter Wasser gesichtet hat, schwimmen wir einen Bogen, um auf die Seite zu kommen. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Buckelwale auch ganz gerne mal mit Karacho aus der Tiefe hochschießen, um dann aus dem Wasser zu hüpfen. Und da will man definitv nicht im Wege sein. Daher die seitliche Annäherung.

Und hier der Schuss des Tages – auf die Schnelle rausgesucht. Ich habe heute eine ganze SD Karte voll geballert. Die muss ich die Tage mal in Ruhe durchschauen. Dazu habe ich aber grad gar keine Lust, weil ich es ja jeden Tag in echt anschauen kann. Einfach geil! Wenn ich das Bild anschaue, kommt sofort das kribbeldne Gefühl in mir hoch, dass den ganzen Körper in dem Moment durchdringt, wenn diese Reisebusse von Tieren an einem vorbeigleiten. Und man spürt richtig, wie sie einen im Blick haben. Die Mama, weil sie ihr Junges behütet, und das Kleine aus voller kindlicher Neugier.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Maila vorne auf unserem kleinen Boot hoch motiviert dabei mitgeholfen hat die Wale aufzufinden.

Die frühen Nächte

Da es hier schon gegen 18 Uhr ziemlich schnell dunkel wird und der Mond erst gegen 23 Uhr aufgeht, sieht man für mehrere Stunden am gesamten Himmel Millionen von Sterne. Das sieht spektakulär aus! Man kann mit dem bloßen Auge die Seitenarme unserer Spiralgalaxie sehen. Das habe ich noch nirgendwo so deutlich gesehen! Und weil ich immer noch nicht müde bin, habe ich beschlossen noch ein paar Fotos davon zu machen, während meine beiden Mädels schon tief und fest in unserer Buschhütte schlafen. Schaut mal:

Und wieder ein Tag ist um. Es ist so schön hier – ich könnt heulen. Morgen gehe ich alleine auf die Wal-Tour, übermorgen dann Miri. Die ist heute besonders platt, weil sie gegen Ende mit dem etwas zunehmenden Wellengang auch ein bißchen seekrank wurde.

Gute Nacht euch allen,

Marc

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