Hm, was haben wir heute gemacht?

Keine Ahnung! Maila wollte gerne in den Pool vor unserem Häuschen. Nebenan ist wohl am Abend zuvor noch eine schweizer Familie angekommen, die mit zwei Kindern in ähnlichem Alter durch französisch Polynesien reisen. Maila hat sich sehr schnell mit der Tochter Hanna angefreundet und so verging die Zeit wie im Flug. Wir haben uns dann am Pool noch nett mit den Eltern unterhalten und schon war es 15:30 Uhr. Der 7-jährige Sohn Till hat beim Schnorcheln durch den Pool so ziemlich genau in der Mitte seine Flosse verloren. Und da lag sie nun auf dem Grund in 1,80m Tiefe. Die Kinder haben dann nach einer Weile gequengelt, dass jemand von den Erwachsenen mal die Flosse holen soll, weil er es nicht geschafft hat bis zur Mitte des Pools zu schwimmen und dann noch runterzutauchen.
Irgendwann kam Maila an und hat mich gefragt, ob ich die Flosse raufholen kann. Dann hab ich zu ihr gesagt, dass sie es doch selbst mal versuchen soll. Sie ist dann einmal in die Mitte des Pools geschnorchelt und hat sich das alles angeschaut und kam dann wieder zu mir. Dann bin ich mit ihr an die Kante des Pools und hab ihr erklärt, wie sie es machen könnte. Danach stand sie völlig überzeugt am Rand, hat ihre typischen 4-5 tiefe Schnappatmungen zelebriert und ist dann losgetaucht! Zwei, drei, vier Sekunden bis sie die Mitte des Pools erreicht hatte und dann ist die Wasserratte abgetaucht mit zwei, drei kräftigen Beinschläglein und tatsächlich mit der großen Flosse in der Hand wieder aufgetaucht. Mit sehr konzentriertem Blick ist sie dann sogar noch einhändig zurück geschwommen – das hat sie vorher noch nie geübt – und die Flosse ganze stolz ohne die Miene zu verziehen dem 7-jährigen Till in die Hand gedrückt. Ich hab sie dann in den Arm genommen und ihr ins Ohr geflüstert, wie toll das war und das ich ganz arg stolz auf sie bin! Dann ist sie ganz schnell zu Miri gerannt und auf halber Strecke ist dann ihre Begeisterung rausgeplatzt. Sie hat „Mama, Mama!!“ gerufen und ist mit strahlendem Gesicht rübergerannt und hat ihr ganz aufgeregt erzählt, dass sie es geschafft hat.
Lagune am Plage des tipaniers
Auf den späten Nachmittag haben wir es dann mal runter in die Lagune geschafft. Direkt davor zwei sehr teure und exklusive Hotelanlagen. Mir ist stets schleierhaft, wieso Leute sich dort einquartieren? Die Nacht kostet zwischen 500 und 800€ und die Häuser sind das Geld nicht im Ansatz wert! Und so gut kann das Restaurant gar nicht sein, um das wieder aufzuholen. Französisch Polynesien ist zwar generell unverschämt teuer, aber hier stimmt einfach das Preis-/Leistungsverhältnis überhaupt nicht. Abgesehen davon kostet hier wirklich alles extra. Das Kayak, das SUP, die Liegestühle, die Räder…
Heute sind wir noch bis zum Channel geschnorchelt. Dort gibt es immer wieder recht schöne Korallenblöcke mit kleineren Fischen. Morgen werden wir dann ein Kayak mieten, um in die Außenlagune zu den Adlerrochen und Black Tip Sharks zu kommen. Man darf nämlich nicht durch den Channel schwimmen. Und das möchte man auch nicht. Die Strömung ist recht stark und es heizen auch von Zeit zu Zeit Jetskis und Ausflugsboote mit recht hoher Geschwindigkeit durch. Ein weiterer Grund nicht 800€ für die Nacht zu bezahlen, wenn dir am Strand ständig irgendwelche Spaßkommandos vor der Nase vorbeibrettern.
Prinzipiell ist es schon schön hier! Hätten wir jetzt keinen Vergleich, dann würde ich das auch feiern. Nach den sensationellen letzten Locations unserer Reise allerdings komme ich jetzt schon zu dem Schluss, dass französisch Polynesien für meine Definition eines Traumurlaubes die letzte Wahl wäre. Jammern auf allerhöchstem Niveau, ja. Andererseits stellt sich schon die Frage, warum man ein Drittel mehr ausgeben sollte, bei eher schlechterem Setting. Hier sind auch sehr viele Franzosen – was ich ja generell schon kritisch finde – die denken, das hier sei Frankreich. Und so verhalten sie sich auch. Das finde ich nicht nur unsympathisch, sondern verdirbt mir auch ein klein wenig die Stimmung. Auf Moorea ist es schon viel besser als in Papeete, aber es ist dennoch omnipräsent. Vielleicht müsste man auf noch weiter draußen liegende Atolle ausweichen. Wobei Bora-Bora sicher noch viel Insta-worthy-ger sein dürfte. Anyway.
Abendessen auf unserer Terrasse

Am Abend haben wir ein schweizerisch-deutsches Abendessen mit allem was die Kühlschränke noch hergegeben haben veranstaltet. Es war ein schöner Abend und wir hatten gute Gespräche bis spät in die Nacht hinein. Um halb zwei sind wir dann schließlich ins Bett. Ein für unsere Verhältnisse extrem ereignisloser Tag geht zu Ende und vielleicht ist langsam ein bißchen die Luft raus. Vielleicht liegt es aber auch an diesem netten Häuschen hier, das mit seinem Pool, der schönen Terrasse mit der gemütlichen Hängematte und dem tollen Blick nach unten in die Lagune, einfach zu verlockend zum Rumgammeln einlädt. Wir haben so viel erlebt in den letzten fast 2 Monaten, dass so ein wenig Seele baumeln lassen auch wirklich gut tut.
Marc



2 comments
Genießt die letzten Tage in der Wärme….
Das Häuschen und die Schweizer Kids
sind ein cool down, wie beim Sport….
Eure Berichte werden mir nächste Woche fehlen.
Viele Grüße
Annette
weiterhin viel Glück und Spaß!!!!
Wenn du magst, schicke ich dir dann live Berichte aus der Gitarrenschule. Da kommt es auch hin und wieder zu unheimlichen Begegnungen.