Dach überm Kopf
Heute Morgen sind wir aufgewacht durch das Prasseln des Regens. Das war lauter als der Wecker. Wir mussten nämlich bereits um zehn aus unserem schönen Strandhäuschen ausziehen. Dummerweise war jetzt ausgerechnet heute so richtig mieses Wetter. Nicht nur mies wie gestern, sondern so richtig mies. Es hat geschüttet wie aus Kübeln und war auch recht kalt. Wir sitzen im Moment in einem Café, um die restlichen 6 Stunden tot zu schlagen, bis wir auf den Flughafen können. Das einzige Dach, dass wir momentan über dem Kopf haben.

Dafür ist es hier ganz nett. Es ist das Café von Sanny, dem Musiker, den wir am zweiten Abend in der Shipwreck Hut kennengelernt haben. Er hat an dem Abend Musik gemacht. Tagsüber ist er hier im Café Koch und hat uns auch gleich wieder erkannt. Der saftig grüne Ausblick in den Garten war sehr hübsch anzuschauen, trotz Regen. Und noch wichtiger: der Kaffee war wirklich gut! Ach ja, und heute ist im Südpazifik Vatertag!

Unartige Inselbewohner
Auf dem Weg hierher haben wir noch kurz an einer Kirche angehalten. Auch hier hat der Pfarrer ganz böse mit allen geschimpft wie auf Ha‘apai vor 2 Wochen schon. Scheinbar sind die Inselbewohner immer sehr böse, und man muss viel mit ihnen schimpfen. Auch diese Kirche war rappelvoll. Alle Frauen hatten schöne Hüte auf. Die Männer waren in weißen Hosen und Hemden gekleidet. Die nehmen das hier alles sehr ernst! Schade, dass sie immer ausgeschimpft werden.


Alptraum überm Pazifik

Vor drei Tagen haben wir unseren Hinflug nach Aitutaki umgebucht. Statt erst am 3. September, fliegen wir schon heute. Der Grund dafür war tatsächlich auch die sehr bescheidene Wettervorhersage für Rarotonga, die sich nun mehr als bestätigt. Nun muss allerdings noch die andere Hälfte der Wette aufgehen. Die Vorhersage für Aitutaki sah nämlich viel besser aus! Dafür muss aber erst mal unser Flug heute Abend bei diesem Sauwetter gehen. Und das tat er! Und wie! Um ehrlich zu sein, war es der schlimmste Flug, den wir je hatten. Ich habe mich schon gewundert, warum eine Flug-Stornierung vor Ort gar nicht zur Diskussion stand. Letzte Woche wurde unser Flug von Ha’apai abgesagt, da war Sturm und Regen nicht halb so schlimm wie heute auf Rarotonga und übrigens auch bei der Landung auf Aitutaki! Nach ca. 20min Flugzeit kamen wir in heftige Turbulenzen. Es ging auf und ab und rechts und links! Ich musste mich zweimal wirklich festhalten, als die kleine Propeller-Maschine ruckartig absackte. Durch das Fenster sah man nur im 2 Sekunden-Takt die Signalleuchten auf den Flügelenden den harte aufschlagenden Regen im Dunkel. Hinter uns saß eine britische Girlie-Truppe, deren MacBooks sind durch die Gegend geflogen und schließlich hart auf dem Boden gelandet. Hysterisches Lachen, halb Angst, halb Rausch begleitete jede Turbulenz. Maila hat Miri an der Hand gehalten und versucht die Mama zu beruhigen. Die darf euch dann selbst erzählen, wie sie den Flug erlebt hat. Aktuell plant sie auf jeden Fall nie mehr in ein Flugzeug zu steigen und peilt einen dauerhaften Aufenthalt auf Aitutaki an.
Ankunft Auf dem Traum-Atoll Aitutaki

Letztlich sind wir heil gelandet! Der Pilot musste nochmal 3-4 Meter vor dem Boden hart eine Windböe ausgleichen. Als der Flieger dann aufgesetzt hat, haben wirklich alle im Flugzeug laut geklatscht – sogar ich! Und ich finde das normal saupeinlich… beim Aussteigen habe ich übrigens den Piloten getroffen und gefragt, ob das nun etwas Besonderes war oder daily-business? Er meinte ohne zu zögern: „mostly daily business“ und grinste.
Stürmischer Wind und Regen begleitet uns in die Mini-Empfangshalle. Im Todesschock bekommt meine Verlobte eine Blumenkranz um den Hals (während ich das tippe muss ich lachen, meine Verlobte nicht!). Da sind wir also nun, in der Traum-Destination so vieler. Momentan ist’s vor allem eines: ungemütlich. Das Gepäck kam klatschnass an, alle wollten nur noch schnell in die Unterkunft.
Dort angekommen dafür eine sehr angenehme Überraschung! Unser Strandhäuschen sieht super aus! Wie ein kleines Hexenhäuschen mit schöner Holzterrasse. Dorthin bekommen wir morgen früh auch unser Frühstück gebracht. Sehr cool! Den Gin Tonic, den ich meiner Frau nach dem Flug versprochen hatte, konnte ich leider nicht einlösen. Hier ist außer dunkel heute nichts mehr. Das kleine Takeaway Restaurant neben an hatte zu, als ich meinen Mädels was holen wollte. Die Besitzerin hatte aber Mitleid mit mir – vielleicht wird auch mittlerweile mein trauriger-Hund-Gesicht besser – und hat extra alles angemacht, Strom, Friteuse, Gas etc. und hat uns noch zwei Portionen frisch panierten Fisch und Pommes gemacht. Der Gin Tonic muss dann bis morgen warten.
Marc, Miri und Maila



One comment
genießt euer Häusle und trocknet euer Gepäck…….