Der schönste Arsch der Welt
Okay – wir dachten, wir wären schon am Arsch der Welt gelandet. Aber ich glaube jetzt sind wir wirklich am Arsch der Welt – am schönsten! Alleine schon die Überfahrt von der Hauptinsel Ha‘apais Foa zur südlichen Insel Uoleva war ein kostenloser Whale Watching Trip! Wir haben während der 20-minütigen Überfahrt 5-6 Wale gesehen. In unmittelbarer Nähe zum Boot ist ein Wal sogar mehrfach herausgesprungen und hat sich mit riesigen Pflatschern auf die Seite fallen lassen (Breaching). Die Küste, die wir entlang fahren, ist wunderschön und scheint auch ziemlich verlassen zu sein. Ab und zu sieht man ein, zwei Hütten, die vermutlich zu den anderen kleinen Unterkünften gehören, die man hier finden kann. Viele sind es allerdings nicht und sie sind zum Teil winzig klein.

Camping in der Südsee
Die Lodge von Becky und Mahe heißt Pepa’s Place. Die beiden sind erst vor zwei Wochen zurück nach Tonga gezogen und die Lodge befindet sich definitiv im Aufbau. Und das ist jetzt freundlich umschrieben. Wir sind in einem ziemlich großen Zelt untergebracht, dass tatsächlich ganz hübsch ist und auch sehr, sehr gemütlich. Maila findet es super! Sie konnte es kaum erwarten, ihre Sachen ins Zelt zu bringen und ist wie verrückt auf den Matratzen rumgehüpft. Das Waschhaus wurde wohl erst vor zwei Tagen fertig, wie wir erfahren haben. Wir hatten auch schon das eine oder andere Mal Wasser- und Stromausfall. Internet gibt es hier keins und man hat auch keinen Empfang mit lokalen Simkarten. Um mit der Außenwelt verbunden zu sein, müssen wir 40 Minuten am Strand entlang laufen, an den nördlichen Zipfel der Insel, wo es eine Lodge gibt, die über das Starlink-Netzwerk von Elon Musk verbunden ist. Das konnten wir sogar am Nacht-Himmel sehen. Völlig abgefahren! Man sah super deutlich die Perlenkette aus Satelliten, die über uns hinweg flog.
Abgesehen davon war es unglaublich, als wir aus dem Zelt rausgekrabbelt sind, nachdem es dunkel wurde. Der Mond war noch nicht aufgegangen und es war ziemlich dunkel. Dieser Sternenhimmel ist tierisch! Man kann mit dem bloßem Auge super deutlich die Milchstraße erkennen. Das hatten wir letzte Woche in der Matafonua Lodge nicht so deutlich gesehen. Kann aber sein, dass es am Mond lag, der letzte Woche sehr hell schien.
Ich habe versucht ein Foto davon zu machen, aber da wurden wir schon zum Abendessen mit der Familie gerufen. Ein wirklich komplett anderes Erlebnis als letzte Woche in der sehr gemütlichen Lodge von Darren und Nina.
Inside Tongan Family Life
Wir sitzen hier zusammen mit Becky und ihren drei Töchtern Lilly, Leila und Bella. Außerdem sind noch zwei Volunteers hier, die beim Aufbau der Lodge mithelfen. Alles war sehr familiär und wir haben den ganzen Abend gemütliche Gespräche gehabt. Vor allem die jüngste Tochter Lilly hat sich schon seit Tagen auf Maila gefreut. Sie ist in einem ähnlichen Alter und die beiden haben gestern die ganze Zeit miteinander gespielt. Sie war auch auf dem Boot dabei, dass uns abgeholt hatte. Die zwei verstehen sich prima und kommen super miteinander aus trotz der Sprachbarrieren.
Auf der Suche nach Internet und einem Kiteboard
Am späten Nachmittag haben wir einen Ausflug zum nördlichsten Punkt der Insel gemacht, um zu Hause kurz Bescheid geben zu können, dass wir gut angekommen sind. Genau an diesem Punkt ist zufälligerweise auch der Kite Spot und eine klitzekleine Kite-Station. Diese Lodge sieht sehr gemütlich und schön aus, aber sie waren ausgebucht, als wir vor zwei Monaten angefragt hatten. Wir haben ein nettes junges Pärchen getroffen. Die einzigen Kiter vor Ort. D.h. auch dieser Kite-Spot wird nahezu uns alleine gehören. Jetzt muss ich noch das Problem mit dem Board lösen. Leider hat Glen, der Besitzer der Lodge, mir gleich Tränen in die Augen getrieben, als er mir mitgeteilt hat, dass er nichts verleiht an Leute außerhalb der Lodge. Auch mein mies imitiertes Trauriger-Hund-Gesicht hat hier nicht weitergeholfen.
Nach einem gemeinsamen Bier und ein bisschen Smalltalk hat er sich dann aber dazu erbarmt, mir eine Alternative zu bieten. In seiner kleinen Hütte hat er zwei Boards, die er zum Verkauf anbieten würde. Tragischerweise gehört ein Board, dem kürzlich verstorbenen 18-jährigen Sohn JJ von Darren und Nina, aus der Matafonua Lodge. Er kam kürzlich erst beim Freediving am Hausriff ums Leben. Das andere Board ist super alt und völlig vergammelt, hat aber ein cooles Selfmade Print und ist ein Custom Built. Die Preise für die Boards sind in einem akzeptablen Rahmen. Mangels Alternativen, bleibt mir nun eh nichts anderes übrig, als auf kiten zu verzichten oder ein Board zu kaufen. Da wir vermutlich noch die zwei schönsten Surf-Spots (hier und Aitutaki), die man auf dieser Erde finden kann vor uns haben, ist kein Board zu haben keine Option. Wie wir das Ding dann ohne Tasche durch die restlichen Flüge mogeln können, bleibt dann wohl ein Abenteuer. Aber ich bin guter Dinge, dass wir es in diesen Surfregionen auch irgendwie zumindest bis Tahiti durchbekommen.
Schöner kann ein Heimweg nicht sein

Der Rückweg bei Sonnenuntergang war wunderschön! 40 Minuten lang einsam an einem wunderschönen Strand entlang zu laufen – rechts den Sonnenuntergang und das türkisfarbene Meer, auf der anderen Seite, ein ganz ursprünglicher Wald aus Mangroven und Palmen – ist für uns der Inbegriff eines Traumurlaubs. Maila hat zahlreiche Muscheln gesammelt und ich konnte mich überhaupt nicht satt sehen und wusste nicht wohin schauen. Wir sind hier so abgelegen von jeglichem Tourismus, dass uns das gesamte traumhafte Inselchen mehr oder weniger alleine gehört.
Abendessen mit der Familie
Als wir zurück in unserer Unterkunft waren, es ist schon dunkel geworden. Die Familie hat bereits mit dem Kochen begonnen und wir konnten nach dem Duschen direkt zusammen Abendessen. Es gab Fischstäbchen, aber richtige Fischstäbchen! Der verwendete Fisch war ein Thunfisch. Natürlich frisch gefangen. Die Panade selbst gemacht. Es hat wirklich großartig geschmeckt. Selbst Maila hat ihre Fischstäbchen gegessen!
Kaum war sie fertig, ist sie auf Miri eingeschlafen. Was wir hier jeden Tag erleben, ist einfach unbeschreiblich. Ein Highlight reiht sich an das nächste. Obwohl wir nicht wirklich viel Programm haben, sind die Tage voll mit tollen Erlebnissen und auch ich bin regelmäßig abends total erschlagen.
Marc



One comment
Bin gerade zuhause und konnte deinen Bericht in Groß lesen ,die tollen Bilder bestaunen.
Freue mich so sehr für euch und sehe den Strand und die Unterwasserwelt vor mir, wenn
ich im Freibad schwimme….dem Wasser zuhöre.
Ganz lieben Dank für euer tolles Tagebuch!!!!
Viel Spaß und weiterhin viel Glück