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Day 23 | Hausbesuch, WAAAAAAhnsinn!

Trübe Stimmung

Heute Morgen ist die Stimmung meiner Mädels so, wie das Wetter. Im Gegensatz zu gestern begrüßt uns Raja Ampat heute mit einer trüben grauen Wolkendecke. Miri hat nicht so gut geschlafen. Die Matratze ist gut und wir hatten den Ventilator an. War eigentlich angenehm. Aber sie braucht oft ein, zwei Tage Anlauf. Zum Frühstück gab es giftgrüne Pfannkuchen mit viel Schoko – ziemlich schräg! Und weil selbst mich jetzt das schlechte Gewissen gepackt hat von so viel Süßem, habe ich vorne am Holzsteg ein paar Kräftigungsübungen gemacht, so lange die Mädels auf Hängematte und der Liege rumgedöst haben … rumgedöst sind (??j … rumdösten … gedösten rum sind ??

Dafür wird das Englisch von Tag zu Tag souveräner.

Kommt heute unser Highlight?

Ferdinand, der Eigentümer des Nyanse Homestays, hat uns erklärt, dass mit High Tide und stärkerer Strömung das Plankton an die Oberfläche gebracht wird. Die Riesen-Mantas filtern dieses Plankton dann mit ihren Mäulern, in dem sie um die Unterwasser-Riffkanten segeln. Und das machen sie dann relativ knapp unter der Wasseroberfläche. Und so können wir sie dann sehen und eventuell sogar mit ihnen schnorcheln. Soweit die Theorie. Denn wie bereits erwähnt, dürften die momentan eigentlich gar nicht hier sein. Heute Mittag nach dem Essen ist es dann soweit und wir fahren raus ans Riff und versuchen unser Glück! Ich bin schon super aufgeregt und hoffe, dass meine Mädels nachher gut genährt und ausgeruht wieder fit sind für dieses Highlight.

Für morgen früh um 5 Uhr habe ich mit einem Local ein Treffen vereinbart. Im Dschungel hinter uns ragt eine kleine Erhebung etwa 100 Meter in die Höhe. Über einen kleinen Pfad durch den Dschungel erreicht man wohl die Nistplätze der Paradies-Vögel, die es hier gibt! Wir hören am Morgen viele Vögel singen. Das ist echt toll! Maila & Miri waren vom frühen Aufstehen morgens nicht so begeistert. Vielleicht mache ich das dann alleine. Vögel anschauen ist jetzt zwar auch nicht so unbedingt mein Ding, aber wann hat man schon mal die Möglichkeit Paradies-Vögel zu sehen. Das möchte ich mir nicht entgehen lassen.

Regenfront

Der Regen macht uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung und ich muss einiges, was ich heute morgen geschrieben hab, direkt wieder einkassieren! Der Ornithologen-Ausflug fällt aus, da es am frühen Morgen regnen soll. Also erst mal nix mit Paradies-Vögeln. Außerdem – und das finde ich jetzt wirklich doof – ist der Manta Reef Ausflug abgesagt. Es regnet mittlerweile wieder etwas stärker und man sieht auf dem Meer vor uns tiefe schwarze Wolken hängen. Wir nutzen die Zeit mit Nichtstun und gönnen uns ein Mittagsschläfchen. Als wir aufwachen ist das Wetter wieder gut, die Sonne schaut raus und wir beschließen ins Dörfchen zu laufen. Das Dorf hat etwas über 100 Einwohner und ist die Metropole Indonesiens. Daher ist es nur folgerichtig, dass sich hier die Deutsche Botschaft befindet. Und zwar die von Qatar auch – oder so – oder wie jetzt?

An der Hauptstraße entlang reihen sich die Hochhäuser in allen erdenklichen Farben. Mailas Kopf wird öfter mal begrapscht, weil die Menschen hier ihre hellen, langen Haare total faszinierend finden.

Hausbesuch – ist nicht wahr?!

Als wir zurückkommen steht das französische Pärchen welches heute angekommen ist, am Ende des Stegs und beobachtet etwas vor unserem Häuschen. Rückenflossen ragen aus dem Wasser keine 10 Meter von uns entfernt. Es sind Delfine! Ich düse zur Drohne, mach sie schnell startklar und hab sie voll drauf. Etwa eine Minute lange schwimmen die 5 Delfine an der Wasseroberfläche und ich bin mit der Drohne 10 Meter drüber. Sieht toll aus! Dann tauchen sie ab – und ich bemerke, dass ich vor lauter Schnell Schnell vergessen habe auf Record zu drücken! Was ein dämlicher Anfängerfehler, oh Mann!! Nur ein einziges Foto habe ich, das ich kurz zwischendurch geschossen habe. Doofes Marc! Maila ist auf jeden Fall schwer begeistert. Sie konnte das Treiben vom Steg aus gut beobachten. Sie findet ja die Delfine am besten.
Noch mit dem Kopf bei den Delfinen, schießen auf einmal drei Black-Tip-Riffhaie ganz nah am Steg vorbei.

Ich hab meine Flossen geschnappt und die Kamera geholt. Da bin ich mittlerweile professioneller als bei dem Drohnen-Fail eben. Die Kamera ist nämlich meist schon vorbereitet im Unterwasser-Gehäuse und ich muss sie nur schnell schnappen. Also rein und an die Riffkante geschwommen, die nur wenige Meter von unserem Steg entfernt ist. Die Haie konnte ich zunächst nicht mehr finden – dafür wieder meinen neugewonnenen Freund von gestern, den Riesenkugelfisch. Heute hat er sich sogar ohne Gegenwehr fotografieren lassen. Eine wunderschön und intensiv blau leuchtende Muschel erweckt meine ganze Aufmerksamkeit. Jedes Mal wenn ich sie mit meinem Unterwasser-Flutlicht fotografieren möchte, macht die Zicke die Lucke dicht. Ich schleiche mich von allen Richtungen an, aber jedesmal macht sie zu, bevor ich nah genug dran bin. Und ich muss bei jedem Versuch 3m runtertauchen. Endlich klappt es …

… und dann sehe ich plötzlich im tiefen Blau weit hinter derRiffkante 5 große schwarze Schatten im Dunst! Ich erschrecke etwas, weil ich nicht weiß, was es ist. Womöglich große graue Riffhaie, die es hier durchaus auch gibt. Ich wasche schnell meine Tauschbrille aus, die mittlerweile leicht beschlagen war um besser in die Ferne sehen zu können. Und jetzt ist es eindeutig! Unfassbar!!!! Es sind 5 große Manta-Rochen in einer Tiefe von etwa 5 Metern. Ich bin mega aufgeregt und schwimme ohne groß nachzudenken über die Riffkante auf die Manta Gruppe zu. Die sind verdammt schnell unterwegs und ich schaffe es kaum parallel in einem angebrachten Abstand mitzuhalten. Ich kraule so schnell ich kann und versuche gleichzeitig zu schauen, den Moment zu genießen und immer wieder mal innezuhalten, um ein paar mal den Auslöser zu drücken! Also die Show vorbei ist, schwimmen die Black Tip Haie unter mir durch. Was ist hier bitte eben passiert?? Das glaubt mir doch keine Sau!!! Aber ich habe Beweisbilder! Ich kann mein Glück kaum fassen und bin noch total aufgeregt und hippelig. Schnell schwimme ich zurück zum Steg und möchte meine Mädels abholen!

Miri und Maila stehen in der Zwischenzeit zum Schnorcheln bereit. Ich habe vom Wasser aus schon zugerufen. Leider hat es ihnen nicht mehr gereicht, um noch einen Blick auf die Mantas werfen zu können. Dafür schwimmen jetzt einige Riffhaie an uns vorbei und Maila konnte noch mehrer Blacktips und sogar einen Whitetip sehen. Völlig verrückter Tag! Wer hätte das gedacht? Einfach nur wow!!!!

Nach der ganzen Aufregung sitzen wir auf dem Steg und ruhen uns aus. Vor uns heute wieder ein sehr schöner Sonnenuntergang über den Pam Inseln, auf die wir morgen mit dem Boot übersetzen werden. Das ist die Inselgruppe, die am weitesten draußen liegt. Dort sollen die Korallen am eindrucksvollsten sein, behaupten hier viele. Ehrlich gesagt wäre ich gerne noch einen weiteren Tag hier geblieben. Man sieht so viel Großfisch hier und das direkt vor der Türe! Einfacher wird es nimmer.

Beim Abendessen machen wir daher für morgen nochmal die Tour zum Manta Ridge aus. Ferdinand empfiehlt uns noch das Suwandarek Riff, nach dem er meine Fotos von den Mantas und dem Sepia von gestern gesehen hatte. Er konnte es gar nicht glauben, dass ich die Fotos bei ihm am Hausriff gemacht habe! Der Wind wird wieder stärker und heute Nacht soll es auch wieder regnen. Schauen wir mal, ob die Tour morgen klappt. Wir wissen im Übrigen immer noch nicht, wenn uns das Fam Homestay hier abholen wird. Die richten sicher schlauerweise alle nach dem Wetter. Seit gestern wissen wir, dass die Inselgruppe gar nicht Fam heisst, sondern Pam! Das sei laut der Locals ein Fehler bei Google Maps, und seit dem sagen alle Fam. Die Einheimischen nennen ihre Insel aber weiterhin Pam, was zu sehr viel Irritation führt. Unser Homestay heisst nämlich trotzdem Fam Homestay und liegt auf Pam – trallala …

Ein geiler Tag geht zu Ende und mit dem ungemütlichen Wetter verkrieche ich mich jetzt auch endlich ins Bett! Wie geil ist das Bitteschön gewesen? Da finde ich in diesem Riesenmeer 5 Mantas auf ihrem Ausflug an unser Riff. Das war ein echt aufregendes Erlebnis!

Beweisbild

Ah ja, und bevor ich es vergesse! Hier noch ein Foto von unter Wasser von der monströsen Riesenmuschel. Die Wikipedia- und Lexikon-Einträge müssen korrigiert werden! Da heisste es überall, dass diese Muscheln bis zu 40cm groß werden können. Diese hier ist 1 Meter!!! Und sie liegt auf dem Weg zu unserem Scheißhäusle direkt neben dem Steg – ich sag’s ja: 5 Sterne Plus Resort, wenn man vor dem Scheißhäusle wieder umdreht.

Marc

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2 comments

  1. Super 🚻 🚾 🐚

  2. Freue mich auf eueren neuen Post!