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Day 13 | Wal-Party mit Miri

Da wir vor einigen Tagen die Möglichkeit hatten, noch eine weitere Woche hier zu verlängern, waren wir natürlich auch für keine weiteren Walausflüge vorgemerkt. Also haben wir das gemacht, was wir mittlerweile am besten können: uns spontan irgendwo reinmogeln.

Und so konnten wir am Ende tatsächlich noch zwei weitere Ausflüge mit Maila mitnehmen. Maila wollte zwar nicht mehr ins Wasser, aber wir konnten sie trotzdem mit aufs Boot nehmen. Und das war vor allem heute einzigartig! Von allen unseren Ausflügen, die wir je gemacht haben – so viel kann ich jetzt schon verraten – war das heute mit weitem Abstand der eindrucksvollste vom Boot aus! Maila kam also voll auf ihre Kosten – und wir selbstverständlich auch!

Pole, Pole, sagt der Tansanier

Dabei begann die erste Hälfte des Ausflugs eher träge. Im Gegensatz zu den früheren Touren, bei denen wir in alle Richtungen Flossen und Breaches gesehen haben, war heute erst einmal tote Hose auf dem spiegelglatten Pazifik. Wir hatten uns schon fast damit abgefunden, dass es ein etwas lahmes Ende nimmt. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben – und offenbar gilt das auch umgekehrt. Denn ziemlich weit draußen fanden wir schließlich eine Gruppe Bullen, die einem Weibchen hinterherjagten. Überall spritzte das Wasser, Flossen schlugen auf die Oberfläche, und irgendwann waren wir mittendrin. Die Wale waren so sehr damit beschäftigt, das Weibchen zu beeindrucken, dass sie sich überhaupt nicht um uns kümmerten. Wir werden immer in zwei Gruppen zu je vier Personen eingeteilt, um die Tiere so wenig wie möglich zu bedrängen. Und so durfte Miri mit der ersten Gruppe ins Wasser.

Eigentlich hätte ich auch dabei sein sollen. Doch ein älterer Herr aus Neuseeland, der schon beim ersten Schwimmen völlig erschöpft war, hatte plötzlich seinen Platz freigemacht. Dadurch gerieten die Gruppen etwas durcheinander.

Zu viel Empathie wird bestraft

Ich ließ dann jemand anderem den Vortritt, weil er schon die Flossen anhatte. Und so hatte Miri das, was jetzt folgte, ganz für sich allein! Die Gruppe war mitten unter lauter Walbullen, die wie wild umherschwammen. Von allen Richtungen kamen sie auf die Gruppe zu. Ich hatte Miri noch gerufen, aber sie hörte mich nicht – und so wurde sie von einem plötzlich hinter ihr auftauchenden Wal überrascht. Vom Boot aus war das Spektakel über Wasser mindestens genauso beeindruckend: Einer der etwas weiter entfernten Bullen sprang gleich zweimal so weit aus dem Wasser, dass er mit dem gesamten Körper gut zwei Meter quer über die Oberfläche hinausragte. Leider war ich mit meinem Foto zu langsam. Unglaublich beeindruckend! Und auch im Wasser war es nicht weniger spektakulär: Miri war umgeben von fünf Bullen, einem Weibchen und einem Kälbchen, das wir von oben gar nicht sehen konnten.

Da die Gruppe mehr oder weniger von Walen eingekreist war, konnten wir weder mit dem Boot näher heranfahren noch die Gruppen wechseln, wie man es sonst nach einer Weile tut.

Bis ich an der Reihe war, war das wilde Wal-Rennen schon weitergezogen, und wir konnten den Tieren nicht mehr folgen. Wow! Es ist wirklich jedes Mal anders. Wir sind unglaublich froh, dass wir uns doch entschieden haben, noch weitere Ausflüge zu machen. Denn am Ende war das hier tatsächlich ein Erlebnis, das wir so nie erwartet hätten! Bisher konnten wir meistens ins Wasser, wenn die Mutter geschlafen hat und das Kälbchen in ihrer Nähe blieb. Das ist zwar deutlich weniger actionreich, aber dafür kommt man den gigantischen Tieren sehr nahe.

Diesmal war es jedoch pure Action – und ich war sogar ein klein wenig in Sorge um Miri. Im Wasser ist es unglaublich schwer, die Orientierung zu behalten. Man fixiert einen Wal, auf den man zuschwimmen will, doch während man schwimmt, bewegt er sich einfach weiter. Das heißt, man ist ständig damit beschäftigt, ihn im Blick zu behalten – und das trotz der Wellen, die auch bei ruhiger See die Sicht immer wieder behindern. Und wenn dann plötzlich von hinten oder tief unter einem weitere „Reisebusse“ vorbeischießen, verliert man irgendwann einfach die Orientierung. Unter Wasser sieht man das ja nicht. So kam es, dass Miri ein- oder zweimal komplett von großen Walen umzingelt war.

Ich habe vom Boot aus genauso mitgefiebert und mit großen Augen leise „Wow“ geschrien – weshalb es auch hiervon leider keine Fotos gibt. Und obwohl Maila zuvor hunderte Bilder mit meinem Handy geschossen hatte, war auch sie in diesem Moment viel zu abgelenkt. So bekam Miri einen ganz besonderen Moment – ganz für sich allein!

Kleiner Besuch in der Bucht

Am frühen Abend wurde eine Walmama mit Kälbchen in küstennähe entdeckt. Schnell habe ich die Drohne startklar gemacht und hab mich auf die Suche gemacht. Etwas 2 Kilometer vor der Küste hab ich sie dann schließlich mit ein paar Prozent Restaku gefunden. Es war noch Zeit für ein paar Fotos und Videos. Die beiden haben sich ganz gemütlich im Meer treiben lassen. Und so konnte ich bis auf 8 Meter Höhe an die beiden herunter fliegen. Ein paar Blows haben sogar kurz die Kamera beschlagen lassen. Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind. Leider war dann irgendwann der Aku so leer, dass ich Sorge hatte, es reicht nicht mehr für den Rückflug. Tatsächlich wurde es recht knapp. Als ich die Drohen gelandet habe waren noch 2% drauf. Das war knapp …

Ein unglaublicher Tag geht zu Ende

Ein unglaublicher Tag geht zu Ende! Und bei Cocktail und einem kühlen Bier genießen wir einen weiteren tollen Sonnenuntergang mit Vulkan und meinem Segelboot.

Marc, Miri & Maila

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One comment

  1. 🍀🏝️🐚🐋🐳 🥰 🐟🐙🦀🍀☀️
    Einen guten Heimflug