Ankunft auf Moorea
Wir haben gleich morgens früh die Fähre genommen und schon beim Annähern an die Insel Moorea gewusst, dass es uns hier viel besser gefallen wird! Vom kleinen Hafen aus ragen direkt die Berge steil nach oben und grün bewachsen. Da hat ein bißchen was von La Reunion. Nicht ganz so krass, aber gleich schöne Ästhetik. Ich hab mich dann zu AVIS aufgemacht und einen der letzten Mietwagen bekommen, die noch zur Verfügung standen. Unsere Unterkunft hat uns zwar auch einen angeboten, aber da hätten wir 2x ein Taxi benötigt. Und günstig war deren Angebot auch nicht gerade. Also lieber gleich einen Mietwagen und die Taxikosten sparen. Billig war es nicht, aber wir wussten ja bereits, dass hier in französisch Polynesien gar nichts günstig ist. Dafür habe ich für den tiefsten Preis einen SUV bekommen, in den alles gut reinpasst. Und Miri und Maila dürfen im Urlaub auch mal in einem Auto sitzen. Bisher waren unsere Fortbewegungsmittel eher in der Kategorie RTL2-Niveau „Die Ludolfs“. Manchmal auch knapp darunter…

Unsere letztes Häuslein auf dieser Reise
Die Fahrt zu unserem letzten Häuslein auf dieser Reise war echt schön! Rein landschaftlich ist das eine Mischung aus steilen, vollkommen zugewachsenen, Bergen und türkisfarbenen Lagunen. Rechts und links davon bleibt nicht viel Platz. Daher sind meist nur ein paar Hütten und einfache Häuser entlang der Straße, umgeben von Bananen, Palmen und sonstigem tropischem Gewächs. Sehr schön!
Von der Ferne sehen wir am Hang ein paar extreme Luxus-Holzhäuser mit Terrassen und Pools. Unten die wunderschöne Tiahura Lagune mit ihren Korallengärten. Bekannt ist diese Lagune aber vor allem für die Overwater Bungalos im Stile der Malediven. Hier sind auch jede Menge Black Tip Sharks und Rochen im flachen Lagunenwasser, mit denen man auch Schnrocheln kann. Das wäre dann der Plan für morgen.
Und während wir noch so dahin starren, leitet uns das Navi wenige Meter den Berg hinauf. Direkt auf das riesengroße Gittertor, dass den Weg zu den pornösen Luxusanwesen am Hang versperrt. Und wir sind da – sagt das Navi. Nicht in den Luxusanwesen, aber direkt unterhalb mit Blick auf die Lagune und den Berghängen hinter uns. Okay das ist gut. Und es wird noch besser! Das Haus ist nicht nur lila, was Maila 5min Ausflippen bescherte, es ist auch wirklich sehr schön und chic. So chic, dass wir es den ganzen Tag nicht mehr verlassen haben. Es gibt einen Pool und eine tolle Terrasse mit Hängematte, schönem Garten und Blick auf die Lagune. Essen, schwelgen, schlafen, Pool, rumgammeln, Tag rum.
Gut, dann machen wir eben morgen erst was. Ich bin auch immer noch etwas angeschlagen. Das hat mir heute gut getan.
Nach dem Abendessen hat sich Maila liebevoll um mich gekümmert. Ich habe eine Maschasche bekommen und Rückenkitzeln. Außerdem hat sie mir gute Energie in meinen Kopf gezaubert. Das musste sie aber erst noch üben. Und nach ein bißchen Musikhören im Bett ist sie dann bei uns eingeschlafen. Da wird sie morgen sauer sein! Sie wollte nämlich im anderen Zimmer im – lila! – Bett schlafen. Dann auch das eben morgen.
Mal kurz angedacht
Am Abend werde ich zum ersten Mal melancholisch und traurig über das nahe Ende unserer Reise. Jene Reise, die wir schon so lange im Blick hatten und die doch so oft so fern schien. Es ist schon verrückt! Am Ende ist’s doch irgendwie so einfach. Gut, man muss das Geld zusammen gespart haben. Aber dann? Was hält einen eigentlich immer davon ab so etwas einfach zu tun? Man klickt einfach – that’s it. Und dann geht man zum Flughafen, setzt sich in den Flieger und wurschtelt sich durch. So wild ist das nicht. Vielleicht hatten wir bislang auch immer viel Glück. Oder wir sind gute Wurschtler geworden. Wenn’s eng wurde, hat es doch immer irgendwie noch hingehauen. Und wenn mal nicht, dann gab es meist eine andere Option. Oder wie meine Omi immer zu mir sagte: man weiß nie, wofür es gut war.
Ich möchte heute noch kein Fazit ziehen. Damit warte ich, bis wir wirklich wieder zurück sind. Aber eines weiß ich jetzt schon! Es war und ist noch eine der schönsten Zeiten, die ich mit meiner Familie verbracht habe. Wir haben alles gemeinsam durchlebt und auch die stressigen Zeiten gut gemeistert. Ich habe mich jeden morgen darauf gefreut, was wir erleben werden. Jeder hatte mal Zeit für sich und dann wieder für einander. Zu sehen, mit welcher Leichtigkeit Maila uns durch diese Reise begleitet hat, mit den ständig wechselnden Szenarien, dem Ankommen, sich Wohlfühlen und wieder Abschied nehmen müssen und auch den stressigen und hektischen Momenten, war für mich bisher das Überraschenste! Und es macht mich auch total stolz! Um ehrlich zu sein, war Maila vielleicht sogar die Unkomplizierteste von uns Dreien. Sie blieb immer ruhig, wenn es hektisch wurde, hat unseren Anweisungen gefolgt, wenn’s mal schnell gehen musste. Hatte immer gute Laune und ein Lachen im Gesicht. Und wenn Mama und Papa sich mal angezickt haben, hat sie sofort die Schlichterrolle eingenommen. Das mag jetzt zwar pädagogisch nicht das beste Fallbeispiel sein, aber es zeigt auch wie wichtig ihr unsere Familienharmonie ist. Und wie sie Verantwortung dafür übernimmt.
Marc, ein stolzer Papa


