Heiliger Sonntag, ab in die Kirche
Heute ist Sonntag und sonntags geht man auf Tonga in die Kirche – und sonst nichts. Niemand arbeitet, es gibt auch keine Bootsausflüge. Also wollten wir uns Fahrräder leihen und ins Dorf zu den Kirchen radeln. Aber weil wir Freyseles ja prinzipiell immer spät dran sind, waren alle Räder schon weg – und es gibt dort viele Räder! Was entweder etwas darüber aussagt WIE spät wir dran waren oder wie fromm ALLE brav in die Kirche geradelt sind.


In jedem Falle sind wir zu Fuß los und haben auf halber Strecke das ausgebüxte Pferd Mailey entdeckt. Mit dem oder dem Pferd Erdbeere darf Maila morgen reiten!
In dem kleinen Dörfchen angekommen, hat man die Qual der Wahl. Denn so ziemlich jedes Gebäude hier ist eine Kirche. Unglaublich, aber wahr! Auf den ersten 100 Metern Dorf sind wir bereits an 3 Kirchen vorbeigelaufen und haben uns dann für die hellblaue entschieden. Da kam wunderschöner, dreistimmiger Chorgesang heraus.
Als wir vor der Türe waren haben wir uns gefragt, wo der Chor hin ist – und zu unserer Überraschung festgestellt, dass es gar keinen Chor gibt! Die klitzekleine Gemeinde, kaum mehr als 20 Stimmband-Paare, singen das! Als die Kinder uns entdeckt haben, kommt eines nach dem anderen aus der Kirche rausgeschlichen und winkt uns zu. Auch eine Maus ist noch rausgehüpft. Nach ein paar weiteren Minuten war die Kirche dann aus und wir wollten uns wieder zu Fuß auf den Rückweg machen, als uns eine Familie mit einem Pickup gefragt hat, ob sie uns heimfahren sollen. Ich bin dann auf die Ladefläche gehüpft und Miri und Maila durften innen mitfahren. Und dann haben sie uns wieder zurück bis zur Matafonua Lodge gefahren. Sehr nett!
Schnorcheln am Riff

Die beiden Mädels sind schnorcheln gegangen. Im Kanal, zwischen den beiden Inseln, gibt es wohl 5 Leoparden-Haie. Die zeigen sich aber nicht so oft. Dafür hat Miri bei einem Solo-Schnorcheltrip 2h quer durch unsere Lagune am Riff entlang viele Fische an den Korallenblöcken gesehen.

Und dann hat es geknackt…

Ich war dann noch kiten – mit bitterbösen Konsequenzen! Keine 10 Minuten auf dem Wasser, knackt es auf einmal und mich haut es ins Wasser. Als ich versucht habe wieder zu starten und weiterzufahren hat es mich direkt wieder ins Wasser geschmissen. Ich hatte schon das zu-früh-mittagliche Bier im Verdacht, als ich den fetten Riss quer über mein Brett erblickte. Jo! Das war‘s dann.
Das ist jetzt so richtig doof. Aber ich hoffe, dass ich vielleicht irgendwo noch eins leihen kann. Angeblich gibt es im Süden unserer Insel einen „offiziellen Kitespot“. Wobei es mir noch rätselhaft ist, wie man hier einen Kitespot betreibt. Andrew und ich sind bislang die einzigen Kiter weit und breit! Aber vielleicht haben die ein Brett für mich für nächste Woche.
Laienhafte Operation am offenen Herzen
Da ich bei meinem Wal-Ausflug gestern ständig die Linsen gewechselt habe – was auf dem kleinen und munter und stets hüpfenden Boot ziemlich doof war – ist mir die ganze Pampe Salzwasser auf den Sensor und die Linse gespritzt.
Die Bilder waren ab dann alle völlig unbrauchbar, da der Sensor nur noch fleckige Bilder ausgab. Wir haben nächste Woche in Auckland zwar einen kurzen Zwischenstopp bevor es weiter auf den Pazifik raus geht, aber wir landen nachts um 1:00 Uhr und fliegen wieder am nächsten Morgen um 8:55 Uhr. Also keine Chance in diesem Zeitfenster ein Foto-Geschäft mit der Sensor-Reinigung zu beauftragen.
Daher hatte ich jetzt nur die Option es selbst zu versuchen oder von jetzt an ausschließlich die GoPro zur Verfügung zu haben. Daher habe ich kurzerhand den reinsten Alkohol, den ich auftreiben konnte, auf ein Q-Tip gegeben und den Sensor damit vorsichtig benetzt. Leider hat das nicht ausgereicht, um die Soße und die bereits angetrocknete „Salzkruste“ zu lösen. Daher habe ich relativ radikal 3-4x Mal den Vorgang wiederholt und am Ende mit dem Brillentuch vorsichtig den Sensor abgewischt. Blieb nichts anderes übrig. Aber siehe da, nach dem Anschalten scheint alle wieder zu funktionieren. Ich habe gelesen, dass eventuell der Tiefpass durch zu starkes Reinigen des Sensor kaputt gehen kann. Aber ich konnte bislang nichts feststellen.
Die GH5 hat mich bislang noch nie im Stich gelassen. Dabei hat sie schon so einiges mitmachen müssen (versenkt in der Sanddüne, tiefgefroren in Island und dann direkt wieder im aufgeheizten Auto entfrostet, eingetaucht in den Badesee …), die Arme! Und es sollte morgen noch eine weitere Härteprüfung auf sie warten.
Dorffest mit Spanferkel
Es gab ein Spanferkel, das die Frauen des Dorfes zubereitet haben. Außerdem das hier sehr beliebte Ota Ika, roher Fisch in einer sehr würzigen Kokosnuss-Soße. Hat ein bißchen was von Ceviche, nur viel exotischer und mit richtig tollem Fisch! Sehr, sehr lecker!
Am Abend gab es ein kleines Dorffest mit Tanzeinlagen von Jungs und Mädels der Inselschule. In traditionellen, selbstgebastelten Kostümen haben sie die alten Tänze ihrer Kultur aufgeführt. Maila wurde dann von den Mädchen zum Tanzen eingeladen und hat natürlich gleich mitgemacht. Nach und nach sind dann fast alle zum Tanzen aufgestanden – fast alle…
Danach hat sich Maila dann nochmal die Gruppe Neuseeländer geschnappt und sie zum UNO spielen aufgefordert. Die Jungs haben ihr bestes gegeben Maila gewinnen zu lassen! Abgesehen von meinem kaputten Board, war es ein sehr schöner Sonntag.



Marc

