Nun ist es tatsächlich soweit! Nach so vielen Jahren darüber scherzen, dann ein bißchen davon träumen und dann wieder für nicht umsetzbar halten, geht es heute tatsächlich los. Ich kann es noch gar nicht so recht glauben. Die letzten Tage haben wir auch immer wieder gesagt, dass wir es erst glauben, wenn wir dort sind. Aber nach dem die vergangenen Wochen wirklich sehr nervenaufreibend waren und in den Jahren zuvor immer wieder Dinge dazwischen gekommen sind, die größer und wichtiger sind im Leben, als eine Reise in die Welt, nehmen wir das Ganze jetzt sportlich und schauen, wie weit wir kommen und wie gut alles klappen wird.
Und weil es eben so viele Dinge im Leben gibt, die wichtiger sind, ist diese Reise eine Reise für uns Drei. Ganz egal, wie rumpelig sie vielleicht wird. Wir freuen uns auf 24/7 miteinander, was wir schon so lange nicht mehr im Alltag hatten. Und mit ein bißchen Glück, dürfen wir die Schönheit der Welt gleichzeitig erkunden und treffen hoffentlich spannende Menschen, Geschichten und am Ende springt für uns vielleicht noch ein Wal dabei raus (ich nehme das gerne auch wörtlich).
Ich möchte meiner Tochter Maila das Träumen zeigen.
Ja, das ist kitschig. Und wenn ich das selbst lesen würde, fände ich das auch kitschig. Und trotzdem ist es so. Die letzten Tage waren für uns nochmal sehr belastend, meinen Geburtstag haben wir im Grunde in der Kinderklinik verbracht. Aber long story short: es scheint alles in Ordnung zu sein und wir können uns auf die Reise machen.
Ein Foto vor vielen Jahren …
Vor sehr vielen Jahren habe ich ein Foto von einem Abnoe-Taucher gesehen, der zwischen senkrecht schlafenden Potwalen in beeindruckender Tiefe getaucht ist. Beim Durchstöbern seiner sensationellen Unterwasser-Aufnahmen bin ich irgendwann bei den Fotos hängengeblieben, auf denen er mit einer Buckelwal-Mama und ihrem neugeborenen Kalb taucht. Ganz ruhig und mit respektvollem Abstand. Das Jungtier ist nach einiger Zeit wohl immer neugieriger geworden, wie Kinder eben so sind, und er hat Fotos von diesen Augenblicken geschossen, die mich wirklich berührt haben.


Warum, weiß ich gar nicht so genau. Ich bin kein Abnoe-Taucher. Ich kann nicht mal besonders überdurchschnittlich schwimmen. Trotzdem hat mich diese Faszination gepackt, große und sanfte Riesen in ihrer natürlichen Umgebung zu treffen und erleben. Nicht am oberen Ende der Nahrungskette zu stehen und ein bißchen von dem fühlen, was wir alle ein Stück weit verlernt haben.
Und so haben wir zunächt mal über Land damit begonnen, Tiere zu finden. 2016 konnte ich Miri davon überzeugen, dass es eine gute Idee ist mit einem Mietwagen auf eigene Faust und mit der Erfahrung von 30 Staffeln Bear Grylls und DMAX Männer-Survival-Trash-TV (ja, ich gestehe) quer durch Afrika zu fahren. Selbstverständlich ohne Guide und abseits der üblichen Routen, allem allzu touristischen aus dem Weg zu gehen. Und so waren wir in Namibia, Botswana und Sambia – übrigens mit Janick, den wir nur 4 Wochen zuvor auf einer Costa Rica Rundreise kennengelernt hatten. Sind in Botswana mitten in der Kalahari mit einer hochmodernen Laserpistolen geblitzt worden, obwohl wir zuvor bestimmt 1,5h kein anderes Fahrzeug gesichtet hatten. Wir haben mehrere Tage in einem steinzeitlichen Dorf gewohnt und kleine Fische im Einbaumer gefangen und auf offenem Feuer gegrillt mit den Mamas des Dorfes. Wir wurden ausgelacht, weil Männer dort nicht grillen – das muss man sich mal vorstellen…
Und wir haben so viele wilde Tiere (Wildkatzen, Zebras, Giraffen, Hyänen, Wildhunde, Springböcke, Wildpferde, Flusspferde, Krokodile und zahllose bunte Vögel) und vor allem Elefanten gesehen, dass es uns nach 2 Wochen vorkam, als würden wir im Allgäu Kühe beobachten – was ja auch schön ist – dennoch irgendwann echt auch genug. Vor allem aber, war es eine sensationelle Zeit mit Miri und Janick zusammen, die mir ewig in Erinnerung bleiben wird und die Türe zu mutigeren Reisen aufgestoßen hat.
Und nach einigen weiteren Reisen, auf denen wir uns stückweise an die Wale herangetastet haben (Walhaie unter Wasser, Buckel-, Grind- und Finwale über Wasser), soll es nun endlich mit der Begegnung auf Augenhöhe klappen. All diese Reisen mit Miri, und nun mit unserer tollen Tochter Maila, haben uns so viele wunderbaren Erlebnisse beschert, dass wir so froh darüber sind, nun gemeinsam dieses Highlight zu wagen.
Egal wie es ausgeht, ich bin mir sicher, wir werden Tolles erleben, und Schwieriges meistern. Ganz so, wie es eben im Leben läuft.
Freyseles


2 comments
Wir haben Tränen in den Augen. Wie toll ihr das alles beschrieben habt.
Wir freuen uns so mit euch und können es kaum erwarten, alle Highlights mit euch aus der Ferne zu erleben.
Auf eine geniale, unvergessliche Zeit!
Ihr seid so mutig. Das wären wir gern auch!
Wanderlust ❤️ Glück und alles was ihr euch wünscht!
Hakuna Matata
Eure Gelmars
Bin gerade zuhause und blättere das Tagebuch durch.
Ihr habt solch einen schönen Kommentar geschrieben .
Denke an euch alle-
Eure Omannette